In jeder Sekunde
Aus dem Fenster schauen
(tsch) Der Kinofilm "10 Sekunden" mit
Marie Bäumer zeigte im Oktober, wie schnell es gehen kann, wie kurz es dauert, das Leben komplett zu verändern. Jan Fehses Regiearbeit "In jeder Sekunde" führt nun den Zuschauer dorthin, zu genau jener Erkenntnis. Dinge passieren, du musst mit ihnen leben. Aber nicht nur. In seinen miteinander verknüpften Geschichten, bei denen Sebastian Koch die Hauptrolle spielt, weist Fehse so vorsichtig wie unsentimental auch auf einen anderen Umstand hin: Du kannst entscheiden, jeden Tag.
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"La Zona" teilt die Welt in Arm und Reich
Schöne neue Welt: Der düstere Thriller aus Mexiko inszeniert eine Anti-Utopie
„La Zona“ ist ein Staat im Staat. Da wohnen die Reichen Mexikos, umgeben von den Armen. Und wie jeder Staat hat auch „La Zona“ Grenzen und eigene Gesetze. Überwachungskameras, die die absolute Sicherheit gewährleisten sollen, dürfen da auch nicht fehlen. Doch Sicherheit erweist sich als eine Utopie, als drei Jugendliche aus der Unterschicht es schaffen, ins Reichenviertel zu gelangen. Der bislang scheinbar gewahrte soziale Frieden wird ab diesem Moment brüchig und das Wohl der Gemeinschaft wird über das Leben von Einzelnen gestellt. Das ist leider nicht der Plot eines Science-Fiction-Films. Der mexikanische Regisseur Rodrigo Plá inszenierte in seinem düsteren Thriller „La Zona“ zugespitzt die Realität, wie sie tatsächlich ist oder werden könnte, vor allem in Ländern, in denen die Schere zwischen Reich und Arm weit auseinanderklafft. Man braucht nur an Moskaus Reichen-Siedlung „Rubljovka“ zu denken, um zu wissen, dass „La Zona“ realistischer ist, als einem lieb wäre.
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Quarantäne: Hollywood-Remake von "[REC]"
Der Horrorfilm enttäuscht durch einfallslose Inszenierung
Was im Horrorfilm "Quarantäne" passiert, klingt wie eine Mischung aus „28 Days Later“ und „The Blair Witch Project“. Unter "Quarantäne" ist dieses Mal ein Hochhaus, in dem sich eine seltsame Krankheit epidemieartig ausbreitet, die Menschen in blutrünstige Zombies verwandelt. Und das Ganze wird mit einer Laienkamera aufgenommen. Es wackelt, man sieht fast nichts, man spürt und hört zuweilen nur die Bedrohung. Das war eigentlich die Geschichte des 2007 entstandenen spanischen Horrorfilms "[REC]", der sich eines internationalen Erfolgs unter Genre-Fans erfreuen durfte. Nur ein Jahr später hielt man es in Hollywood für nötig, ein Remake zu drehen. Das Resultat ist, wie so oft in solchen Fällen, absolut enttäuschend.
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Madagascar 2
Tierische Zwischenlandung auf dem Weg nach Hause
(tsch) Was fasziniert den Kinogänger mehr: Das Tier im Mensch oder der Mensch im Tier? Für Komiker Chris Rock ist die Frage entschieden: "Sprechende Tieren sind einfach nicht zu schlagen." Seit Disneys "Dschungelbuch" den Bewohnern des Urwalds eine Stimme gab, ist keine Tierart vor trickreicher Vermenschlichung sicher. Der Publikumserfolg des Animationsfilms "Madagascar" um vier New Yorker Zootiere, die es auf wundersame Weise aufs gleichnamige Inselreich verschlägt, wo sie Bequemlichkeiten und Massenpublikum gegen die Einsamkeit und Rohheit der Wildnis eintauschen müssen, zeigte zuletzt mit einem weltweiten Einspielergebnis von einer halben Milliarde US-Dollar, dass nicht nur Kinder in Standup-Komik vernarrt sind, die auf Pfoten daherkommt. Dieser Tage wird erneut ein Millionenpublikum erwartet, wenn die Fortsetzung des Trickabenteuers in die deutschen Kinos kommt. Und schon wird auf Hochtouren an Teil 3 gearbeitet.
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Neben der Spur: Deutsches Episodendrama
Detlef Bothe kritisiert die deutsche "Vollgasgesellschaft"
Die Deutschen drehen meistens Dramen. Meistens sind sie leider schlecht. Zu konstruiert, zu unglaubwürdig, zu realitätsfern, wird ihnen oft vorgeworfen. Umso mehr überrascht Detlef Bothes Film „Neben der Spur“, denn er ist gnadenlos realistisch. Das Episodendrama bringt sechs verschiedene Schicksäle durch eine Ereigniskette zusammen, sechs Puzzlestücke, die im Endeffekt ein Ganzes ergeben. Es geht um die „Vollgasgesellschaft“ des modernen Deutschlands, um Egoismus, Gier, Lügen und inhaltsleere Möchte-Gern-Ideologien, in die man sich vor der Wahrheit flüchtet. In „Neben der Spur“ wird Deutschland auseinander genommen. Das Pathos konnte der Regisseur aber dann doch nicht lassen, was das Drama leider etwas plakativ wirken lässt.
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