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Filmstarts - Neu im Kino
Wicker Man - Ritual des Bösen

Wicker Man - Ritual des Bösen

Gruselfilm voller logischer Fehler

Religion ist wieder angesagt - zumindest, seit der Papst aus hiesigen Landen kommt, der Kirchentag in Köln stattfand und - das ist die Kehrseite - die wetweite Konfliktsituation nicht nur ungefähr an das Säbelrasseln zwischen Abend- und Morgenland erinnert. Da wünschen sich manche doch gar heidnische Zeiten zurück. Natürlich auch, weil all die damit einhergehenden abergläubischen Quacksalbereien in der hochtechnisierten und wissenschaftlich ergründeten Gegenwart mit spiritueller Exotik locken. Im Kino lässt sich nun herausfinden, was es mit dem Kult des so genannten "Weidenmannes" auf sich hat. In "The Wicker Man" macht Nicolas Cage unliebsame Bekanntschaft mit einer Selbstfindersiedlung auf einer einsamen Insel.

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Borat

Borat

Großartige Culture Clash-Komödie, die viele Vorurteile sichtbar macht

"Das ist meine Schwester, sie ist Nummer vier Prostituierte von Kasachstan!" verkündet der Vorzeige-Kasache Borat, Über-Chauvi, Hobby-Onanist und glühender Pamela-Anderson-Fan stolz vor laufender Kamera und küsst die Dame anschließend lang und heftig auf den Mund. Ein vergleichsweise harmloser Auftritt, bedenkt man, dass der schlaksige, wuschelköpfige und gern Pilotenbrillen-bewehrte Herr beim Filmfestival von Toronto mit einem von vier Feldarbeiterinnen gezogenen Ochsenkarren vorfuhr oder am Strand von Cannes im leuchtfarbenen, das Geschlecht betonenden Tanga (?) posierte, diesmal umrahmt von vier properen Badenixen. Protestnoten hagelt es regelmäßig, Menschenrechtler, Feministinnen und sogar die Regierung von Kasachstan geben sich gern überaus empört - die Tourismusbehörde letztgenannten Staates sah sich gar bemüßigt, ob Borats "Volksverhetzung" einen 40-Millionen-Dollar Imagefilm über das Land zu produzieren.

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Marie Antoinette

Marie Antoinette

Brillanter Kostümfilm mit Kirsten Dunst als Party-Königin

Sie gilt als Inbegriff der Dekadenz. Wer Marie Antoinette, die Königin der Verschwendungssucht, zu seiner Heldin macht, geht ein Risiko ein. Schließlich muss der Film Sympathien für jemanden wecken, der seinem hungernden Volk einst geraten haben soll: "Esst doch Kuchen!" Sofia Coppola lässt die Politik fast ganz beiseite und zeigt Marie Antoinette als einsames Mädchen im Elfenbeinturm Versailles, das mit eigenen Problemen zu kämpfen hatte. Kein Zufall ist es, wenn man sich dabei eher an Paris Hilton als an die Zustände im Paris des 18. Jahrhunderts erinnert fühlt.

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Ein Freund von mir

Ein Freund von mir

Melancholisches Buddy-Movie

Warum ist der gefeierte junge Mann im feinen Zwirn so traurig? In der ersten Szene erhält Karl (Daniel Brühl) vor großem Auditorium den "Bogenschützen" - einen fiktiven Preis, den die Versicherungsbranche demjenigen übergibt, der sich das beste Produkt des Jahres ausgedacht hat. Doch der Mathematiker Karl, seltsam apathische Nachwuchsführungskraft, thronend in einem dem Todesstern aus "Krieg der Sterne" nicht unähnlichen schwarzen Hochhausmonolithen, kann den Triumph nicht genießen. Selbst nach der Verleihung sieht man in der Disco immer nur die anderen lachen. Das Leben scheint an Karl einfach abzuperlen.

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Mit Herz und Hand

Mit Herz und Hand

Sympathisches Melodrama nach einer wahren Geschichte

Reinhard Mey sang einmal ein Lied über seine Leidenschaft fürs Motorradfahren und dessen womöglich unliebsame Folgen. Eine Zeile aus Meys "Biker" verdeutlicht, wie die Allgemeinheit über das Rasen im Alter denkt: "Was müssen zwei so alte Säcke auch noch mit'm Moped fahr'n." Anthony Hopkins wird sich dasselbe gefragt haben und kam offenbar zu dem Schluss, dass genau dies den Reiz der Geschichte um Burt Munro ausmacht, der die Welt mit einem beeindruckenden Geschwindigkeitsrekord auf seinem Motorradfossil staunen ließ. In der Filmbiografie "Mit Herz und Hand" spielt er den Neuseeländer mit sympathischer Bodenhaftung.

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