Die Urväter des Triphop Massive Attack bringen ihr neues Album "Heligoland" raus
Ganze 7 Jahre vergingen seit dem letzten Werk "100th Window"
Es gab Zeiten, in denen waren Massive Attack beides: einerseits Visionäre, Architekten eines neuen Genres. Andererseits aber auch eine der Gruppen, für die es den schönen englischen Begriff "Household Name" gibt. Also eine, deren Musik nicht nur auf den coolen Partys lief, sondern über Radio, Werbespots und Fernsehen so fest im Bewusstsein des Mainstreams verankert war, dass auch Lieschen Müller an der Supermarktkasse mitsummen konnte, wenn der Hit kam. Das Genre wurde Triphop genannt, hatte Bristol als Keimzelle und wurde neben Massive Attack vor allem von Portishead und Tricky geprägt. Musikalische Deutungsmerkmale waren ein dicker Beat, eine düstere Grundstimmung und eine geschickte Vermengung elektronischer und analoger Instrumentierung. Der Hit hieß "Teardrop", erschien 1997 und blieb vor allem wegen der präzisen Gastvocals von Elisabeth Frazer in jedem Ohr hängen. Jetzt erscheint mit "Heligoland" das neue Studioalbum der Band, die heute aus den Gründungsmitgliedern Robert "3D" Del Naja und Grantley "Daddy G" Marshall besteht.
Wer ist Peter Maffay? Lässt man seine 40 Jahre andauernde Karriere nur im Schnelldurchlauf Revue passieren, kann man sich diesbezüglich nicht sicher sein. Er war Schlagersänger, mutierte zum aufrechten Rocker, verblüffte später mit "Begegnungen", einem Album mit Musikern aus aller Welt. Präsentierte sich als friedensbewegter Sänger und mit "Tabaluga" als Kinderhörspielautor, während drei Ehen nach Aussage Maffays an "Egoismus und Alkohol" zerbrachen. Von allen Charitys, für die er sich engagiert, und seiner eigenen Stiftung für traumatisierte Kinder ganz zu schweigen. Nun legt der 60-Jährige zu seinem runden Bühnenjubiläum mit "Tattoos" ein Album vor, auf dem er seine größten Hits neu und mit Orchesterbegleitung interpretiert. Wenn Maffay darüber redet, sehr reflektiert und dann doch wieder aus dem Bauch heraus, dann wird eines klar: Er scheint inzwischen mit sich selbst im Reinen zu sein - was wohl vor allem an seinem sechsjährigen Sohn Yaris liegen dürfte.
"Das erste Album eines neuen Jahrzehnts" steht in großen Buchstaben auf dem Plakat, das "Schall und Wahn", die neue Platte von Tocotronic, bewerben soll. Das "zeitgenössische Punk-Album" (Dirk von Lowtzow) "Kapitulation" wurde seinerzeit in den Aushängen forsch als "Meisterwerk" beworben. Natürlich weiß man nie, ob derlei Lobhudeleien tatsächlich im Verantwortungsbereich der Band liegen oder nicht doch im Konferenzraum der Plattenfirma entworfen wurden, aber: Bescheidenheit geht irgendwie anders. Nun sind auch Tocotronic den Gesetzen eines Marktes unterworfen, haben ein Produkt zu verkaufen. Vor allem aber steckt in den hochtrabenden Worten durchaus ein Fünkchen Wahrheit. Sänger Dirk von Lowtzow, Bassist Jan Müller, Schlagzeuger Arne Zank und Gitarrist Rick McPhail bleiben Typen, die sich etwas ausdenken. Wo das zuletzt konzeptuell relativ leicht umreißbar war, ist "Schall und Rauch" eine offenere Angelegenheit - mit all ihren Vor- und Nachteilen.
"Ich liebe Menschen, die polarisieren. Ich bin ein großer Fan von Pete Doherty."
Eine Rolle, wie man sie von Tom Schilling erwartet: Blass, abgehetzt und übernervös wirkt der Berliner Star, der trotz seiner 27 Jahre und der Tatsache, dass er schon seit drei Jahren Vater ist, auch im ZDF-Zweiteiler "Ken Folletts Eisfieber" (Montag, 25. Januar, und Mittwoch, 27. Januar, jeweils um 20.15 Uhr) wieder einmal als hitziges rebellisches Jüngelchen besetzt wurde. In der stargespickten Verfilmung eines Viren-Thrillers verkörpert er einen spielsüchtigen jungen Mann, der sich mit Terroristen einlässt. Im Interview verrät der bekennende Pete-Doherty-Fan, dass ihm die fertigen Typen, deren Weltverachtung aus allen Poren strömt, einfach am leichtesten von der Hand gehen. Nur dass sich Tom Schilling als Schauspieler selbst eigentlich für einen Vertretertypen hält, möchte man ihm nicht ganz glauben.
Nun gut, das Timing war ein wenig knapp. Mitte Oktober - wenige Tage, nachdem die 38-jährige Schauspielerin Heike Makatsch ihre zweite Tochter zur Welt gebracht hatte, sollte ihre CD "Die schönsten Kinderlieder" erscheinen. An ein Bewerben des Projektes mit Lebensgefährte Max Schröder alias "Der Hund Marie" war aus nahe liegenden Gründen nicht zu denken. Mittlerweile hat sich die musikaffine Schauspielerin mit Viva-Vergangenheit von der Geburt erholt und redet über die Psychologie alter Kinderlieder sowie das, was Kinder heute an Musik anziehend finden. Makatschs und Schröders knapp dreijährige Tochter hat sich jedenfalls schon entschieden und ein paar stilistische Entscheidungen in Sachen Groove getroffen.