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"Love Exposure": So etwas hatte man noch nie gesehen!

4-stündiges cineastisches Wunderwerk aus Japan

Als "Love Exposure" bei der Berlinale im vergangenen Jahr gezeigt wurde, trauten viele ihren Augen nicht. Das japanische Kinowunder sorgte für richtige Furore. Denn so etwas Verrücktes hatte man noch nie auf der Leinwand gesehen. Wie ein trashiger und abgefahrener Videoclip fühlt sich das Experiment des Regisseurs Sion Sono an. Nur, dass es beinahe vier Stunden dauert! Kann denn so ein langer Film tatsächlich fesseln? Oh ja. Das glaubt man kaum, aber die 227 Minuten vergehen dank der unzähligen originellen Einfälle wie im Flug. Und man geht aus dem Kinosaal raus mit dem Gefühl, gerade eine echte Kinorevolution erlebt zu haben.

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"Nichts als die Wahrheit" führt Kate Beckinsale in den Abgrund

Unaufgeregtes und intelligentes Politdrama

Investigativer Journalismus basiert auf Vertraulichkeit zwischen Journalisten und Informanten. Das weiß Rachel Armstrong (überzeugend: Kate Beckinsale) nur zu gut. Wenn man seine Quellen offenbart, verscherzt man es sich auch mit zukünftigen Informanten womöglich für immer. Also schweigt die junge und taffe Journalistin, als man sie fragt, woher sie die Informationen für ihren die Regierung bloßstellenden Artikel hat. Und während auf der einen Seite der Pulitzer-Preis winkt, droht auf der anderen eine Verhaftung. „Nichts als die Wahrheit“ ist angenehm ein unaufgeregtes, unpathetisches und intelligentes Politdrama, das von einer wahren Begebenheit in der unfernen US-Vergangenheit inspiriert wurde.

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"Durst" ist visuell faszinierend, aber überstilisiert

Park Chan-wooks Vampir-Märchen gewann den Jury-Preis in Cannes

Wer “Old Boy” gesehen hat, der weiß dass Park Chan-wooks Interesse seelischen Abgründen gilt. Und diese erkundet er auch in seinem neuen Werk „Durst“, einem sonderbaren Vampir-Horror-Märchen, das der prominente koreanische Regisseur in faszinierende Ästhetik gekleidet hat. Visuell herausragend ist sein neues Werk ohne jeden Zweifel, doch für eine Länge von über zwei Stunden wirkt der überstilisierte Film langatmig und etwas oberflächlich. Zudem ist das Ganze so sehr ins Poetische gehoben, dass die Schicksäle der Figuren einen völlig kalt lassen.

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Angenehm, aber belanglos: Ang Lees

Angenehm, aber belanglos: Ang Lees "Taking Woodstock"

Atmosphärischer kleiner Film, der nichts aussagen will

Eine Hommage an Woodstock ist Ang Lees “Taking Woodstock” nicht, obwohl der Film zum 40en Jubiläum des Hippie-Festivals entstand. Es ist eher ein kleiner, unterhaltsamer Gute-Laune-Film, den der Macher von schweren Dramen wie „Brokeback Mountain” und „Der Eissturm“ gedreht hat, zum Ausruhen quasi. Im Vordergrund von „Taking Woodstock“ stehen die Bewohner des verschlafenen Dorfes Bethel, das völlig unerwartet plötzlich zum Zentrum der Hippiekultur wurde. Angenehm und sympathisch ist das Ganze schon, doch es wird komplett auf irgendeine Aussage verzichtet und das Geschehen plätschert die meiste Zeit nur so vor sich hin, ohne Ziel und Richtung.

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"Erzähl mir was vom Regen" macht gute Laune

Angenehme Tragikomödie aus Frankreich, in der viel geredet wird

Von wegen französische Leichtigkeit in der Provence. Auch da haben die Menschen schwer zu lösende Probleme, auch da scheint die Sonne nicht immer. Das zeigt die sympathische Tragikomödie “Erzähl mir was vom Regen". Doch sie zeigt es in einem Ton, der trotz der manchmal unüberwindbaren Probleme der Charaktere gute Laune macht. Das können die Franzosen, keine Frage. Der kleine Film plätschert vor sich hin, die Protagonisten reden, reden, reden. Und doch ist das Ganze keineswegs langweilig, sondern einfach nur angenehm.

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