Tykwers "Das Parfum" hat nichts von der Faszination des Buches
Oberflächliche Süskind-Verfilmung
Zweifellos ist es ein Ding der Unmöglichkeit, Gerüche sichtbar zu machen. In "Das Parfum" wird es hin und wieder versucht, und wenigstens einmal, gleich zu Beginn, gelingt es Regisseur Tom Tykwer, mittels einer unfassbar ekelerregenden Szenerie fast, eine Art "gefühlten" Gestank zu kreieren. Was am 17. Juli 1738 in Paris in größtmöglicher Widerwärtigkeit, inmitten stinkender Fischabfälle, seinen Anfang nimmt, ist das aberwitzige Leben von Jean-Baptiste Grenouille, eines Serienkillers, dessen fantastische Biografie seit der Erstauflage von Patrick Süskinds Roman "Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders" weltweit mehr als 15 Millionen Leser fesselte. Produzent Bernd Eichinger nahm 50 Millionen Euro für die teuerste deutsche Produktion aller Zeiten in die Hand und versuchte mit Hilfe des "Lola rennt"-Regisseurs und internationaler Stars den abscheulich-faszinierenden Protagonisten endlich zum Leinwand-Ereignis zu erheben. Rund fünfeinhalb Millionen Kinobesucher waren der Lohn. Sat.1 zeigt eine mit 132 Minuten nur wenig gekürzte Fassung als Free-TV-Premiere.
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Konsequent durchgeknallt: "Hellboy"
Comicverfilmung mit Stil
Nicht ohne meinen Regisseur: "Hellboy" Ron Perlman verkündete unlängst, dass er auch für ein drittes Kinoabenteuer des etwas anderen Comic-Superhelden vor die Kamera treten würde. Allerdings nur, wenn Guillermo Del Toro ("Pans Labyrinth"), Regisseur der ersten beiden Filme, wieder in die Produktion involviert ist. "Er müsste zumindest das Drehbuch schreiben", erklärte Perlman, der weiß, dass Del Toro kaum Zeit haben wird, wieder die komplette Inszenierung zu übernehmen. Der Mexikaner dürfte in den nächsten Jahren mit der Verfilmung von Tolkiens "Hobbit" durchaus ausgelastet sein. Eine baldige Realisierung des dritten "Hellboys" ist also nicht in Sicht. Zumindest ProSieben sorgt am Pfingstmontag für höllische Stimmung und zeigt noch einmal das Original von 2004.
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Jennifer Lopez erlebt die "Manhattan Love Story"
Mittelmäßige romantische Komödie
Als Lord Voldemort treibt er unzähligen Kindern den Angstschweiß auf die Stirn. Allein in Deutschland jagte er fast sechs Millionen Zuschauern in seiner wohl schrecklichsten Rolle als KZ-Aufseher Amon Goeth in "Schindlers Liste" (1993) kalte Schauer über den Rücken. Oscar-Preisträger Ralph Fiennes ist durchaus auch ein Mann für böse Rollen. Doch zwischendrin zeigt er sich immer wieder von seiner gefühlvollen Seite. Mal ernsthaft, wie zuletzt in "Der Vorleser" (2008), mal leichter. Die Liebeskomödie "Manhattan Love Story" (2002), die Sat.1 nun zum wiederholten Mal ins Programm nimmt, ist dafür ein perfektes Beispiel.
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Splitter, Krach, Bäng: "Rush Hour 2"
Mittelmäßige Action-Komödie
Lange hatte man die Fans warten lassen. Ein ganzes Jahr nach dem US-Start kam das Leinwand-Gipfeltreffen der zwei Martial-Arts-Giganten endlich auch in die deutschen Kinos: Ab Mitte April kämpften sich Jet Li und Jackie Chan durch das "Forbidden Kingdom". Demnächst soll Letzterer allerdings den Nachwuchs ausbilden. Im geplanten "Karate Kid"-Remake "The Kung Fu Kid" wird Chan den Lehrmeister von Jaden Smith verkörpern, Wills zehnjährigem Sohn. Da kann er nur hoffen, dass der Kleine nicht so eine Quasselstrippe ist wie Chris Tucker. Dem konnte der Eastern-Held in drei "Rush Hour"-Filmen wenig fernöstliche Kampfeskunst beibringen. Tuckers Strategie ist vielmehr, die Feinde einfach totzuquatschen - wie nun erneut in der vox-Wiederholung "Rush Hour 2" (2001) zu sehen ist.
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Einer der besten Filme der letzten Jahre: "Alpha Dog"
Überwältigender Entführungsthriller
Film als Zustandsbeschreibung, als realitätsnaher Zeitspiegel. Einmal nicht in Form einer Dokumentation, sondern als packendes, fiktionalisiertes Jugenddrama. Nicht weniger ist Nick Cassavetes mit "Alpha Dog - Tödliche Freundschaft" (2006) gelungen. Den Evergreen "Somewhere over the Rainbow" legt der Sohn des großen John Cassavetes ironisch über den Vorspann und doch ist er fest im Hier und Jetzt. Denn der Anti-Held der RTL-Free-TV-Premiere, der von Emile Hirsch ("Into the Wild") mit nötiger Überheblichkeit und Härte gespielte "Alpha Dog" und Drogendealer Johnny Truelove, ist eine der Wirklichkeit entlehnte Figur.
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