Cool: Devendra Banharts "What Will We Be"

Eigenwillige Gute-Laune-Musik
Dass nach fünf mehr oder weniger erfolgreichen Alben jetzt die große Industrie auf Devendra Banhart aufmerksam wurde, ist für den Künstler finanziell vermutlich eine ganz angenehme Sache, für den Hörer aber ziemlich egal. Denn die Inszenierung seiner kleinen, wunderlichen Folksongs überlässt er nach wie vor nur scheinbar dem Zufall, nachzuhören in "Angelika", das in der Mitte regelrecht umkippt: Das Lied an sich wird leiser, legt sich quasi schlafen. Der Beat, der hier viel mit Baterias, mit Perkussion und Südamerika zu tun hat, übernimmt das Zepter. Die schönste Stelle in einem mehr als ordentlichen Album namens "What Will We Be".
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Rihannas "Rated R" ist eine einzige Materialschlacht

Groß inszeniert, doch nicht immer gut
Dass sich moderne Popmusik nicht nur durch ihre Inhalte, sondern in erster Linie über große Namen definiert, dürfte bekannt sein. Gerade Platten aus dem sogenannten Urban-Bereich wirken manchmal so, als ob da jemand von der Plattenfirma einfach mal mit dem Einkaufswagen durch den Unterhaltungs-Megastore gefahren wäre und alles eingepackt hätte, was das Budget so hergab. Dass Rihanna, neben
Lady Gaga wohl der schillerndste weibliche Solokünstler der letzten drei, vier Jahre, nach diesem Prinzip arbeitet, war also klar. Ob es "Rated R" zu einer guten Platte macht, ist nicht unbedingt die Frage - die erwartete Größe besitzt das vierte Studioalbum der Frau aus Barbados auf jeden Fall
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Gut und vielfältig: Underworld vs. The Misterons "Athens"

Underworld haben hier nichts mit Techno zu tun
Vorsicht! Auch wenn Underworld mit "Born Slippy" einen der wohl wichtigsten Techno-Tracks der 90er-Jahre zu verantworten haben: Eine Kategorisierung der Band im reinen Techno war damals und ist heute Unsinn. Immerhin begannen Carl Hyde und Rick Smith bereits Ende der 70er-Jahre gemeinsam Musik zu machen, nahmen also quasi Wave wie auch Rave komplett mit, bevor sie Mitte der 90er-Jahre für eine im Übrigen nicht besonders lange Zeitspanne plötzlich im Fokus der Pop-Öffentlichkeit standen. Die beiden bisher in diesem Jahrzehnt erschienenen Studioalben, "A Hundred Days Off" (2002) und "Oblivion With Bells" (2007) schafften es nur noch in mittlere Hitparadenränge, lediglich in Japan reichte es für die Top 10. "Athens" hat nun mit Techno so gar nichts zu tun. Stattdessen lassen Underworld auf dem Album allerhand Kluges zwischen Ambient, Jazz und völlig freier Form stattfinden.
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Gute Musik für die Massen: OneRepublics "Waking Up"

Sphärische Pop-Sinfonien und Ohrwürmer
Dieser Mann versteht etwas von seinem Handwerk. Als Musikproduzent schrieb Ryan Tedder bereits vergoldete Hits wie
Leona Lewis' "Bleeding Love". Auch mit seiner eigenen Band OneRepublic hat das Hit-Wunderkind bereits einen großen Erfolg zu verzeichnen - mit dem Chartüberflieger "Apologize" des Debütalbums "Dreaming Out Loud". Nach Erscheinen des neuen Weckrufs "Waking Up" dürften so manche Erfolge hinzukommen.
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Norah Jones ist auf "The Fall" kein Jazz-Pop-Mädchen mehr

Selbstbewusster, lauter, kantiger
Eine Feststellung sollte von vornherein gemacht werden:
Norah Jones ist inzwischen 30. Und damit wohl rein objektiv betrachtet dem Mädchenalter entwachsen. Denn wer von der US-Singer/Songwriterin immer das Bild des zarten und schüchtern wirkenden Jazz-Pop-Wesens, das kaum hinter seinem Piano hervorkommt, vor Augen hat, wird von "The Fall" mehr als überrascht sein.
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