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Neue Platten

Coldplay - Viva La Vida

Coldplay - Viva La Vida

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Coldplay kleckern nicht

"Viva La Vida" macht es offensichtlich: Absolute und kompromisslose Hingabe zum Popsong an sich und ein verblüffendes Maß an ebenso handwerklicher wie referenzbewusster Vielfalt schließen sich nicht aus. Coldplay, das kann man schon so sagen, sind die derzeit wichtigste Band der Welt. Jeder Größenwahn ist gerechtfertigt: die Wahl des Covermotivs ("La Liberté Guidant Le Peuple", dieses gute zehn Quadratmeter große Bild aus dem Louvre, hastig überschmiert mit dem Albumtitel) ebenso wie die der Produzenten. Neben Brian Eno - passenderweise arbeitet er parallel am bald erscheinenden neuen U2-Album - entschied man sich für Markus Draws, der zuletzt mit "Neon Bible" von Arcade Fire eine der bemerkenswertesten Platten des letzten Jahres produzierte. Kurz gesagt: Coldplay kleckern nicht. Sie klotzen.

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The Offspring - Rise And Fall, Rage And Grace

The Offspring - Rise And Fall, Rage And Grace

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The Offspring - ein bisschen sowas wie eine Nostalgieveranstaltung

Eines der Dinge, die einem beim vor nicht allzu langer Zeit stattfinden Großfestival "Rock im Park" dann doch auffielen: Es gibt noch eine Menge Leute, die zumindest irgendwann einmal The Offspring so gerne mochten, dass sie ein T-Shirt der Gruppe kauften. Und: Es gibt eine Menge Leute, die T-Shirts länger als zehn Jahre behalten. Ein bisschen sind The Offspring also eine Nostalgieveranstaltung - aber letzten Endes eine, die mit durchaus respektabler Musik punkten kann. "Rise And Fall, Rage And Grace" ist deutlich besser als die beiden Vorgänger - vor allem, weil die Band nicht versucht, witzig zu sein.

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Emmylou Harris - All I Intended To Be

Emmylou Harris - All I Intended To Be

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Eine zuckersüße Überdosis aus einer allerdings sehr schönen Nashville-Jukebox

Emmylou Harris - das ewige Nashville-Schätzchen. Mit silbergrauem Haar ist die elfenhafte Country-Diva zwar einerseits sichtbar gealtert, aber doch auf eine eigenartig zeitlose Art und Weise. Hört man "All I Intended To Be", das ihr aufgerundet 40-jähriges Plattenjubiläum beschreibt, denkt man nach wie vor viel eher an die Aura eines scheuen Rehkitz', denn daran, das neue Album einer heute 61-jährigen Künstlerin zu hören.

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Aretha Franklin - Aretha Sings The Blues

Aretha Franklin - Aretha Sings The Blues

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Eine unterhaltsame Exkursion in die Welt gebrochener Herzen

Zur Königin wurde sie erst später, als sie mit Jerry Wexler zusammenarbeitete und den Soul ins Elysium hob. Aber Aretha Franklin hatte es im Blut, auch wenn die Queen of Soul in den frühen Jahren ihrer Karriere nicht immer mit glücklichem Händchen produziert wurde. Bei Columbia wurde ihr Talent auf Gospel-Platten sowie einem kaputt produzierten Soul-Album zum Beispiel nicht ausgeschöpft. Trotzdem war man beim Blue Label, dem Archivar rarer Fundstücke, die manchmal zu Recht vergessen werden, mal wieder im Keller. Dort stand offensichtlich eine Franklin-Kiste rum, mit "dem Besten aus ihrer Columbia-Zeit", wie die Plattenfirma stolz verkündet. Darüber könnte man zwar streiten, aber "Aretha Sings The Blues" ist eine unterhaltsame Exkursion in die Welt gebrochener Herzen.

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Weezer - Weezer

Weezer - Weezer

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Außergewöhnlich lustiger und frischer Gitarren-Pop

Als Weezer 1994 ihr "Blue Album" veröffentlichten, war Kurt Cobain etwa einen Monat lang tot. Der sonnige Pop aus Kalifornien war so etwas wie sein finaler Sargnagel. Die Botschaft der Band um Rivers Cuomo war klar: Sonne rein! Optimistische Dur-Gitarren! Ironie! Dazu eine Nerd-Optik, die die auch im Alternative Rock immer noch gültigen, sehr männlichen Codes und Vorstellungen davon, wie eine Band gefällig auszusehen hat, unterwanderte. Wie viel von dem nun letztendlich ernst gemeint war, ist schwer zu sagen. Klar ist aber, dass Weezer wichtig waren. Pop war wieder erlaubt. Lachen auch. Man durfte sich wieder an den Cheap Trick orientieren oder an den Cars, deren ehemaliger Vorsteher Rick Ocasek das blaue Album konsequenterweise produzierte.

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