2006 war ein gutes Kinojahr. Gut zwei Dutzend Filme fand die Redaktion von Cineastentreff.de so gut, dass wir uns gerne daran erinnern und der DVD-Veröffentlichung mit Freude entgegen blicken. Das ist nicht wenig (für die, die jetzt entgegnen wollen, sie hätten mehr erwartet): Genau genommen sind es zwei Filme pro Monat, die im Gedächtnis bleiben. Welche andere Kunstgattung kann von sich behaupten, einen solchen Output zu haben?
Unsere Top 5 von 2005: Die besten Filme des Jahres kommen aus allen Genres. Ein Roadmovie steht an der Spitze („Sideways“), gefolgt von einem Drogenfilm („Maria voll der Gnade“), einem Horrorfilm („Saw“), einer Gesellschaftssatire („Match Point“) und einem epischen Historienfilm („Königreich der Himmel“). Da sage noch einer, das moderne Kino biete keine Vielfalt.
Wir haben uns entschieden: Der beste Film des Jahres ist Alexander Paynes Road Movie „Sideways“, für uns der bewegendste, menschlichste Film, der seit langem im Kino zu sehen war.
Auf Platz 2: der Drogenfilm „Maria voll der Dinge“. Regisseur Joshua Marston korrigiert den Mythos vom gequälten Drogenkurier, indem er die Heldin des Films ans Ziel ihrer Träume kommen lässt.
Platz 3 für den originellsten und spannendsten Horrorfilm seit einer Ewigkeit: „Saw“, ein unglaublich brutales Werk, aber eben auch ein intelligentes.
Hier unsere Top 10 des Jahres 2005, angefangen mit Platz 10.
Showgirls - sexuell aufgeladene Bilder von Paul Verhoeven
Die 90-er im Kino waren arm an Skandalen. Da kam "Showgirls" (1995) gerade recht. Aber war es wirklich ein Skandal, wenn ein Regisseur, der "Basic Instinct" zu verantworten hatte, einen Film mit Unmengen nackter Haut drehte? So leicht sollte man es Paul Verhoevens Erotikdrama "Showgirls" nicht machen. Zumal der streitbare Niederländer den schmutzigen Aufstieg der ehrgeizigen Tänzerin Nomi (Elizabeth Berkley) zum Rotlichtstar von Las Vegas auch als Milieustudie im Hochglanzformat anlegte.
Psychotrip mit Dennis Hopper und Isabella Rossellini
Der Name verweist auf ihren Vater, den großen italienischen Nachkriegsregisseur Roberto Rossellini - die Gesichtszüge verweisen auf die Mutter, die schwedische Leinwandgöttin Ingrid Bergman. Bei so viel vererbtem Talent war Isabella Rossellini eine glanzvolle Karriere fast schon in die Wiege gelegt, die sie als Schauspielerin, Model, Sängerin, Feministin und neuerdings auch Experimentalfilmerin allerdings auf ganz eigene Weise bestritt. 1986 spielte Rossellini unter der Regie ihres damaligen Lebensgefährten David Lynch im abgründigen Kultthriller "Blue Velvet" eine sinistere Femme fatale.