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Lyrik

Jan Kuhlbrodt: Zentralantiquariat

Jan Kuhlbrodt: Zentralantiquariat

... und von Freiheit kann noch gar nicht die Rede sein –

Antiquariat – was für ein wundervolles Wort! Sofort schießen mir kleine verwinkelte Räume mit Regalen bis zur Zimmerdecke in den Kopf, ein wildes Gewimmel von Buchrücken, der einzigartige Geruch des Papiers. Das Lieblings-Antiquariat meiner Heimatstadt; ein Ort zum Suchen und Finden, zum Träumen und Schwelgen, ein Ort zum (Wieder)Entdecken und zum Sich-Vergessen. Meine Assoziationen decken sich nur bedingt mit der Definition, welche die freie Enzyklopädie Wikipedia für das Wort Antiquariat anbietet. Dort beschreibt man es hochgradig unromantisch als ein auf alte und gebrauchte Bücher spezialisiertes Geschäft, in dem neben Büchern oftmals auch Graphiken, Zeitungen & Zeitschriften, Musikalien, Ansichtskarten, Autographen oder sonstige bibliophilen Kostbarkeiten veräußert werden – im weitesten Sinne steht es damit in Konkurrenz zu Buchhandlungen, Flohmarkt und Ebay.

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Pegah Ahmadi: Mir war nicht kalt

Pegah Ahmadi: Mir war nicht kalt

Gedichte der inneren Revolution

Im September 2009 kam die iranische Dichterin Pegah Ahmadi nach Deutschland. Das Projekt Städte der Zuflucht gewährte ihr ein zweijähriges Asyl in Frankfurt, wo sie „ohne Angst leben und arbeiten“ konnte. Eben das war in ihrer Heimatstadt Teheran nicht mehr möglich, seit das Regime im Zuge der Wahlfälschungen und dem Aufbegehren der Grünen Bewegung gnadenlos Jagd auf Oppositionelle macht – darunter viele Künstler, Journalisten, Intellektuelle. Unter dem Eindruck des Sommers 2009 entstand ihr Gedichtband „Mir war nicht kalt (Sardam Nabud)“, der nun im Bremer Sujet Verlag erst auf Farsi und dann auf Deutsch erschienen ist.

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Andreas Altmann: Das zweite Meer

Andreas Altmann: Das zweite Meer

Fruchtbarer Blick auf das Wesentliche

Ich schaue nicht viel Fernsehen, und auch im Kino bin ich (vielleicht zu) selten anzutreffen. Was mir an Filmzitaten parat ist, passt auf einen postkartengroßen Zettel. Einer der auf diesem Zettel verewigten Zelluloidschnipsel zeigt Charlie Sheen in Hot Shots, wie er ein Buch liest. Ein Mann tritt an ihn heran und erkundigt sich nach dem Titel des Buches, welcher "Große Erwartungen" lautet. Auf die Frage, wie es ihm denn gefalle, sagt Sheen: „Ich habe mir mehr davon versprochen!“

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Johanna Schwedes: Den Mond unterm Arm

Johanna Schwedes: Den Mond unterm Arm

In glühenden Schuhen durch den Märchenwald

Als fern jeder Coolness stehender 40-jähriger Mann kann ich zugeben, was viele meiner Freunde in den Jahren zwischen weiterführender Schule und Vaterschaft zu verleugnen wussten: Ich liebe Märchen! Waren es als Kindergartenkind noch "Das tapfere Schneiderlein", "Jorinde und Joringel" oder die "Die Bremer Stadtmusikanten" auf abgenudelter EUROPA-Schallplatte, so war es in späteren Jahren das Epos um die Familie Skywalker. Aber ob nun die Brüder Grimm oder George Lucas, Märchen beschwören in mir unweigerlich heimelige Erinnerungen an die Kindheit herauf: im Schlafanzug und mit Keksen im Bett, an den etwas spannenderen Stellen mit bis ans Kinn hochgezogener Bettdecke, während sich mein Wellensittich in seinem mit einem Tuch verhängten Käfig der Nacht entgegenbrammelte.

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Sächsische Lyrik:

Sächsische Lyrik: "Es gibt eine andere Welt"

Das große Hausbuch der zeitgenössischen sächsischen Lyrik

Wer die lyrischen Neuerscheinungen ein wenig im Blick hat, der weiß, dass so ziemlich jedes Kalenderjahr mit zumindest einigen interessanten Anthologien aufwarten kann, und ja: Ich lese sie gerne. Neulich wurde ich von einem Journalisten gefragt, was ich denn lieber lesen würde, Anthologien oder Einzelbände – eine Frage, auf die ich keine wahrheitsgemäße Antwort geben konnte. Ich lese auch gerne Einzelbände, aber ob ich einen guten Einzelband einer guten Gedicht-Anthologie vorziehe, oder auch andersrum, kann ich nicht grundsätzlich sagen: frische Nordseekrabben vom Kutter oder Spargel-Quiche – gottseidank kann man ja auch beides genießen, eines nach dem anderen, je nach Tagesform, Lust und Laune.

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