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Prosa

Jürgen Ploog: Unterwegssein ist alles

Jürgen Ploog: Unterwegssein ist alles

Beeindruckendes Tagebuch der Rastlosigkeit

Im Februar 1974 saß David Bowie rauchend in einem noblen Hotelzimmer in London und gab ein Interview zu seinem in Kürze erscheinenden Album "Diamond Dogs". Angesprochen auf die Texte erklärte er, dass einige von ihnen mittels der Cut-up-Technik entstanden seien: Sprach’s und entschwand im blauen Dunst der Gauloises. Eine Bowie-Dokumentation, die im darauffolgenden Frühjahr unter dem Titel "Cracked Actor" in die Programmkinos kam, zeigte ihn, wie er Textblätter zerriss und die Kanten dann wieder neu zusammenfügte, um dabei neugeschaffene Zeilen zu finden. Was Bowie zwar mehrfach erwähnte, vielen aber nichts sagte: Entliehen hatte er diese Methode bei W.S. Burroughs, jenem amerikanischen, der Beat Generation zugerechneten Schriftsteller, der diese Vorgehensweise zwar nicht erfunden hatte, der jedoch als einer ihrer bedeutendsten Protagonisten gehandelt wurde (und heute noch wird).

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Dan Simmons: Flashback

Dan Simmons: Flashback

Krude Ressentiments in Romanform

Dan Simmons ist ein Spannungsautor, der seine Leser immer wieder überraschen kann – auch im Negativen, wie er nun mit seinem neuen Roman „Flashback“ zeigt. Mit „Hyperion“ hat er SciFi-Geschichte geschrieben, mit „Sommer der Nacht“ einen brillanten Schauerroman, vor dem sich selbst ein Stephen King verneigte, und mit seinen historisch-fiktiven Mammutwerken über Dickens und die Franklin-Expedition („Terror“ bzw. „Drood“) kam er in literarischen Gefilden an – und wurde weltweit von den Feuilletons gelobt. Und nun leider das: „Flashback“ ist nicht nur ein ziemlich öder Zukunfts-Thriller, sondern auch ein reichlich krudes Weltanschauungs-Pamphlet in Tea-Party-Manier.

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Marie T. Martin: Vier Wände

Marie T. Martin: Vier Wände

Ichsuche in Istanbul

Nur ein halbes Jahr nach ihrem glänzenden Prosadebüt „Luftpost“ veröffentlicht die Kölner Autorin Marie T. Martin ihr zweites Buch – die kleine, in Istanbul entstandene Erzählung „Vier Wände“ (Edition Zwölf Farben / rhein wörtlich). Es ist ein Ichsuche in der Bosporusmetropole, erzählt in einer federleichten, sanft dahingleitenden Prosa, die in jedem Absatz neue Einsichten eröffnet. Eine hoch emotionale Erzählerin blickt tief in die Seele einer Sehnsucht, die in uns allen lebt.

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Amir Hassan Cheheltan: Amerikaner töten in Teheran

Amir Hassan Cheheltan: Amerikaner töten in Teheran

Sechs Episoden über den Hass

Erst heute wieder gingen Bilder aus Iran um die Welt, lanciert von einer staatlichen Presseagentur: Darauf sollen angeblich „iranische Studenten“ zu sehen sein, die sich von der Schweizer Botschaft in Teheran der Occupy-Bewegung anschließen und nebenbei eine Israel-Flagge verbrennen. Es sind Propagandabilder eines Lügensystems, dem nichts mehr peinlich ist. Die Demonstranten gehören den Basij-Milizen an oder wurden, wie so oft, für ein paar Tuman aus den ärmeren Stadtvierteln rekrutiert. Ihre Banner und Plakate erhielten sie von den friedlich daneben stehenden Polizisten, die bei echten Demonstrationen nicht davor zurückschrecken, mit scharfer Munition in die Menge zu feuern. Hauptsache es wurden wieder mal symbolisch die Amerikaner in Teheran getötet. Es ist ein Bild, das geradewegs aus Amir Hassan Cheheltans zweitem auf Deutsch erschienenen Roman „Amerikaner töten in Teheran“ stammen könnte.

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Metzlers Handbuch Ethik

Metzlers Handbuch Ethik

Eine Orientierungshilfe für alle!

Mit dem Handbuch Ethik legt der Metzlerverlag die ultimative Orientierungshilfe für unsere komplexe und schwierige Gegenwart vor. In einer Zeit, in der in praktisch allen gesellschaftlichen Bereichen das Wegbrechen alter Werte und die Konfrontation unterschiedlichster Moralvorstellungen beklagt wird, muss sich jeder damit auseinander setzen, was richtig und was falsch ist. Jeder wenigstens, der sein Leben mündig führen und sich nicht von übergeordneten Instanzen diktieren lassen möchte.

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