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Bad Religion: Live at the Palladium

Bad Religion rocken Hollywood

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Die 80-er haben nicht nur neonfarbene Spandex-Leggins, Vokuhila und Modern Talking hervorgebracht. Im Jahr 1980 begann im sonnigen Kalifornien die Geschichte einer Band, die der Inbegriff von US-Punk und Wegbereiter vieler Nachwuchs-Bands werden sollte. Bad Religion blicken inzwischen auf 25 Karrierejahre zurück. Aus den Kids von früher sind erwachsene Herren geworden. Sänger Greg Graffin würde rein äußerlich auch als Postbote oder Immobilienexperte durchgehen. Doch der Schein trügt. Von ihrer Energie und Coolness haben die sechs Musiker in all den Jahren nichts eingebüßt. Die "Jungs" rocken immer noch 100 Prozent. Davon kann man sich nun auch ganz bequem vom heimischen Wohnzimmersessel aus überzeugen - schließlich sind wohl auch etliche Fans der Ur-US-Punk-Combo nicht mehr die allerjüngsten. Also schön zurückgelehnt und gestaunt: Die erste Konzert-DVD von Bad Religion heißt "Live At The Palladium" und ist erwartungsgemäß großartig.

Dabei handelt es sich nicht einfach um einen Mitschnitt ihres Gigs in Hollywood. Hier wird schon einiges mehr geboten, sodass nicht nur eingefleischte Fans auf ihre Kosten kommen. Wer Bad Religion zum Beispiel erst seit der "Rock Against Bush"-Kampagne 2004 kennt, wird durch Interviews mit den einzelnen Bandmitgliedern gleich einmal in die Band-Historie eingeführt. Die Rocker geben Eigenheiten beim Songwriting zum besten, plaudern über die Geschichte des Band-Namens oder über grundsätzliche Dinge, wie: Woher kommt eigentlich die Passion zum Punk? Gitarrist Brian Baker weiß die Antwort: "Coolest kids were punkrocker." Idole wie die Sex Pistols oder Johnny Ramone blieben - wer hätte es geahnt - ebenfalls nicht ohne Einfluss.

Wer in Sachen Bad Religion keine Nachhilfestunden mehr braucht, den führt das Hauptmenü aber auch schnurstracks zu "just the concert", ohne Unterbrechungen. Sehens- und lohnenswert ist die extended version allemal. Denn auch so manches Geständnis wird in den Interview-Sequenzen abgelegt. So verrät Sänger Greg Graffin: "I was such a nerd!" Graffin habe sich immer als Außenseiter gefühlt. Er habe die coolen Skater und Surfer aus Hollywood bewundert und wollte immer dazugehören. Das ist ihm offensichtlich gelungen. Heute wird er selbst von Tausenden von Fans bewundert. - Auch die haben ihren eigenen Auftritt auf der DVD. Sie kommen vor dem Konzert und danach zu Wort. Sie erzählen von Lieblings-Songs und ihrem persönlichen Favoriten in der Band. Und während der Auftritte fährt die Kamera gerne mal mitten rein in die schwitzende, pogende Punk-Kids-Menge.

Da kommt das Live-Feeling schon erstaunlich eindrucksvoll rüber. Man möchte die Fäuste in die Luft strecken und mitbrüllen "Su-per-sonic!" - Oder auch mal das Feuerzeug zücken, wenn Graffin solo und unplugged am Klavier "Cease" singt. Muss geil gewesen sein, jene Nacht im Palladium.

Nach insgesamt 96 Minuten endet das audiovisuelle Konzerterlebnis, das sich gestochen scharf und in bestem 5.1-Surround-Sound präsentiert. Dann sind die Hemden durchgeschwitzt, vielleicht nicht nur bei der Band. Bad Religion haben 31 Songs lang alles gegeben. Und wie am Ende eines jeden guten Konzerts gibt es natürlich eine Zugabe: Unter den Extras findet man wahre Juwelen wie zwei frühe TV-Auftritte der Band aus den Jahren 1981 und 1983.

Jasmin Herzog


Erwartungsgemäß großartig: "Bad Religion: Live At Palladium".
Erwartungsgemäß großartig: "Bad Religion: Live At Palladium". (SPV)

Datum: 08.03.2006

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