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Adam Green: Jacket Full of Danger

Adam Green Jacket Full Of Danger

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Vom Indie-Posterboy zum Mainstream-Star - und das nur in Deutschland. Während Adam Green hierzulande mit "Gemstones" letztes Jahr plötzlich in die vorderen Regionen der deutschen Longplay-Charts brach und seitdem fast überpresent ist, interessiert sich in den USA nach wie vor niemand so richtig für ihn. Wenn er in einer deutschen Hotellobby sitzt und Interviews gibt, ist er ein Hingucker. Wenn er in New York einen Bagel isst, fällt er höchstens deshalb auf, weil er beim Schlucken manchmal etwas schmatzt. Jetzt erscheint mit "Jacket Full Of Danger" sein viertes Soloalbum.

Es war klar, dass Adam Green seine musikalischen Koordinaten verändern würde, das tat er bisher vor jedem Album. So sind die Streicher wieder da, die von "Gemstones" verbannt wurden. Aber sie sind nicht mehr Ziertand für hübsche Popsongs im "Jessica Simpson"- oder "Friends Of Mine"-Stil, sondern Teil eines wesentlich abwechslungsreicheren, wesentlich abenteuerlustigen und letztendlich abgründigeren Klangbildes, das irgendwo zwischen Blues, Musical, Frank Sinatra und Tom Waits oszilliert. Adam Green singt tiefer. Dass er das kann, fiel ihm übrigens auf, als er ein paar Konzerte ohne Stimme spielen musste und quasi in so eine Art Notstrom-Modus wechselte und plötzlich von allen Seiten Lob bekam.

Jetzt also etwas ... gutturaler. Das passt gut zu den Themen, die sich nach wie vor etwas schwer deuten lassen. Deftig sind die Texte meistens, was übrigens die Erfolglosigkeit in den USA erkären könnte: Songs wie "I Like Drugs" versteht man zumindest, was die Bedeutung der Einzelworte angeht, dort eben etwas besser als bei uns. Jenseits aller Bedeutungsebenen ist genannter Track einer der besten des Albums, ein bedächtig inszenierter Vaudeville-Schlager mit satten Streichern, zartem Fender-Rhodes und einer unwiderstehlichen Dynamik. Weitere Höhepunkte: Der Bluesrock in "Nat King Cole", das ungewohnt ruhige "Vultures", die Staub-Aufwirbelei im eindringlichen "White Woman" und das bissige "Novotel". Kurzweil wird indes durch die Spielzeiten garantiert - der längste Song misst keine drei Minuten, das Album eine halbe Stunde. Spannend wird die Live-Umsetzung der doch sehr anspruchsvollen Arrangements - im Frühjahr tourt Adam Green mit Streichern durch die Theater und bestuhlten Säle Deutschlands.

Die Termine:

27.03., Hamburg, Kampnagel

28.03., Leipzig, Haus Auensee

29.03., Essen, Lichtburg

31.03., Berlin, Tempodrom

01.04., München, Herkulessaal

Jochen Overbeck


Datum: 08.03.2006

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Diskussion: "Adam Green: Jacket Full of Danger"

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