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Alice Cooper: Good to See You Again

So wild war Rock'n'Roll

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Auch wenn Alice Coopers Schock-Tour durch die USA mittlerweile schon 33 Jahre her ist: Das endlich erscheinende "Good To See You Again" ist nicht die DVD, die man für einen gemütlichen Videoabend mit seinen Eltern, dem Pfarrer oder den Familienbeauftragten irgendeiner Bundestagsfraktion einplanen sollte. So radikal wie Cooper lotete kaum jemand die Grenzen der Kunstgattung Rockkonzert aus, hier orientierten sich viele der späteren Generationen - von den Punkern Sex Pistols bis hin zu Marilyn Manson.

Schon damals beschäftigte Cooper die Sittenwächter - die hier mitgeschnittenen Gigs aus Dallas und Houston zeigen gut, warum: Fast alles Geld, das Alice Cooper und seine Band seit ihrem Durchbruch Anfang der 70er-Jahre verdient hatten, wanderte in eine Bühnenschau, die in einem scheinbaren Selbstmord gipfelte und bis dahin sämtliche Grusel-Stationen durchmachte - sogar echte Schlangen waren auf der Bühne, von denen einige während der Tour angeblich ausbüchsten, was die Moralisten der USA freilich weniger störte als Nekrophilie und Kinderzerfledderung.

"Good To See You Again" ist freilich mehr als ein bloßer Tour-Mitschnitt. Rund um die Konzerte wurde ein kompletter Kinofilm inszeniert, der zum Teil außerordentlich bizarre Bilder der Band zeigt, kurze, Theater-hafte Einspieler, von denen der erste der beste ist: Alice Cooper und seine Band in einem flauschig-weißen Ambiente, weißer Flügel, weiße Kleidung, weiße Anzüge - unglaublich. Wichtiger sind freilich die kraftvollen Rocksongs, die der furchterregend wirkende Cooper dem texanischen Publikum eintgegenfeuert: "I'm Eighteen" ist dabei, "No More Mr. Nice Guy" und natürlich "School's Out".

Mit reichlich Bonusmaterial - unter anderem neuen O-Tönen von Herrn Cooper himself - kann die DVD durchaus punkten. Spannend sind auch die Trailer, die viel über Coopers Darstellung in der amerikanischen Musikszene der Frühsiebziger verraten und die Outtakes. in Sachen Technik schmückt man sich zwar mit den federn einer völligen Restaurierung, aber: Man merkt immer, dass dieser Film auf gewöhnlichen 35-mm-Filmmaterial gedreht wurde, dass die Musik noch auf 16 Spuren aufgenommen wurde. Sei's drum - als musikhistorisches Dokument ist er dennoch relevant und irgendwo neben "The Great Rock'n'Roll Swindle" und "Help" einzuordnen.

Jochen Overbeck


Der Anfang vom Bösen? Ansichtssache. In jedem Fall war und ist Alice Cooper ein ziemlich humorvoller Zeitgenosse.
Der Anfang vom Bösen? Ansichtssache. In jedem Fall war und ist Alice Cooper ein ziemlich humorvoller Zeitgenosse. (edel)

Datum: 08.03.2006

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Diskussion: "Alice Cooper: Good to See You Again"

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