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Placebo: Meds

Placebo Meds

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Vom NME-Darling zu einer der wichtigsten Rockbands der Welt: Placebo sind einen langen und beeindruckenden Weg gegangen und mittlerweile so etwas wie Grundkonsens in der Rock-Community. Sie schreiben gute Songs, Crowdpleaser für die Alternative-Tanzfläche, schocken aber mit ihrem Outfit und der dunklen Attitüde auch genug, um bei der Wave-Ecke anzukommen. Und Herkunft und Biografie lassen sie auch bei Britpop-Fans auf ausreichende Akzeptanz stoßen. Jetzt erscheint mit "Meds" das erste neue Lebenszeichen seit drei Jahren. Und die Allgemeingültigkeit, die bleibt, denn trotz leichter Modifikationen ändern Placebo nicht viel an ihrem Konzept.

Warum auch, denn dass die Verbindung von Brian Molkos nasaler Stimme mit treibenden Rockgrooves und dicken Beats funktioniert, ist bekannt und wird hier bereits im Opener unterstrichen, wo außerdem die Brücke zu einer neuen Generation geschlagen wird: Mit Alison Mosshart wurde die Frau als Gastsängerin engagiert, die sonst bei den Kills singt, die aktuelle Single "Song To Say Goodbye" ließ man von Bloc Party remixen.

Anbiederung an die momentan die Charts dominierende Twentysomething-Generation kann man Placebo freilich nicht vorwerfen. "Drag Behind" hätte so auch auf einem der ersten beiden Alben sein können, steht mit seinen Gitarrenwänden in bester Spätneunziger-Tradition, während "Space Monkey" mit seinem Beat und den hypnotischen Lyrics eher die "Black Market Music"-Fans bedienen dürfte. Schönster Song des Albums ist "Follow The Cops Back Home", eine bittere, aber fast zugängliche Ballade und potenzielle Single. Das folgende "Deep Blue" mit seinen direkten Lyrics ("It's in the special way we fuck") dürfte in den nächsten Monaten dank seiner einfachen, aber wirkungsvollen Dynamik einige Tanzböden erschüttern, während "Blind" mit hübschem Laptop-Gefrickel und Gitarrenwänden direkt ins Herz geht.

Jede Menge Hits - da glaubt man gerne, dass Placebo noch einiges in der Hinterhand haben, das als B-Seite oder Samplerbeitrag in den nächsten Monaten das Licht der Welt erblicken wird.

Und trotzdem, zufrieden gibt sich das Trio nicht. Um wirklich ganz, ganz oben mitspielen zu können, heuerte man flugs Michael Stipe an: Der REM-Frontman leiht seine Stimme der Ballade "Broken Promise", was durchaus gut klingt - auch wenn der abrupte Wechsel vom Schmusepop zum Rocktrack, der das Stück ausmacht, etwas zu sehr ausgedacht klingt. Ein klitzekleines Manko, das sich diese Platte durchaus leisten kann.

Jochen Overbeck


Datum: 23.03.2006

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Diskussion: "Placebo: Meds"

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