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Prince - 3121

Prince 3121

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Schön, dass Prince, wenn man es mal ganz grob betrachtet, da weiter macht, wo er mit "Musicology" aufhörte. "3121" ist eine Platte für den Tanzboden, ein schlurfig-schwüles Funkmonster, das vielleicht kreativ nicht mehr Maßstäbe setzt, aber die alten auf allerhöchstem Niveau zementiert und gleichzeitig immer aufmerksam, immer offen gegenüber anderen Stilmitteln ist. So findet sich in dieser Platte neben Funk und Soul auch Pop, fast harter Rock und eine gar nicht zu unterschätzende Prise Latin.

Aber auch diesmal gilt: Die Musik kann variabel sein, weil sie nie die Führung übernimmt. Sie ist die Straße, auf der der kleine Mann aus Minneapolis sich fortbewegt. Und das tut er mit traumwandlischerer Sicherheit, wirklich das komplette Album durch.

Die ersten beiden Höhepunkte kommen nach dem Titeltrack: "Lolita" ist ein leicht anzüglicher Funk-Track mit dicken Synthies, fetten Gitarrenlicks und einer unwiderstehbaren Hookline. Heftiger Kandidat für die nächste Single! "Te Amo Corazon" zeigt einen anderen, ruhigeren Prince, der sich mit Percussion und tiefen Bläsern Richtung Salsa, Richtung Son nährt, aber im Pop bleibt: Dass der Song von der Gesangsmelodie ein wenig an "Money Don't Matter Tonight" erinnert, vergisst man schnell - ist auch völlig egal, denn so smooth, so gefühlvoll war Prince selten. Dass es mit "Black Sweat - Clean" relativ harsch weiter geht, war klar - seit jeher hat Prince ein Faible für so dramatische Kniffe. Das folgende "Incense And Candles" ist der wohl modernste Track der Platte. Sanfte R'n'B-Vocals treffen auf eine wummernde Orgel, der Vocoder von Prince dient als - etwas gewöhnungsbedürftiges - Kontrastmittel, vielleicht auch als kleine Eingewöhnung für den Break, der das Stück in der zweiten Hälfte zielstrebig Richtung HipHop führt. "Love" ist derbe Disco, "Satisfied" die obligatorische jazzy Ballade, während "Beautiful, Loved And Blessed" sich aus dem Tränenkeller schnell Richtung Uptempo hochhangelt. Schönster Song der zweiten Hälfte ist "The Dance". Was mit satten Streichern beginnt, an einen Score erinnert, ist etwas, das man so gar nicht mehr kennt: großartiger Pop. Der Song räkelt sich in einem Wattebett, lässt das Klavier, die Querflöte, die Posaune ran und rein - nicht nur in die Platte, sondern direkt ins Herz.

Prince positioniert sich auf "3121" als einer der wichtigsten Sänger im Pop- und R'n'B-Game. Dass er die Aktualität außen vor lässt, ist schon in Ordnung, weil es ja auch eine positive Kehrseite hat: Klar, da schrauben nicht unbedingt die angesagten Knöpfchendreher herum. - Aber anders als die, kann Prince eben auch außerhalb der Formatvorgaben der Radiosender komponieren, er bürstet seine Tracks nicht auf Hit, sondern auf Qualität. Und wer eine Platte so funky enden lässt, wie er das mit "Get On The Boat" tut, kann kein schlechter Mensch sein. Vor allem nicht, wenn Maceo Parker und Candy Dulfer die Blasinstrumente spielen dürfen.

Jochen Overbeck


Datum: 24.03.2006

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Diskussion: "Prince - 3121"

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