Vaile Red Rain
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Wie groß der Unterschied zwischen einem singenden Soapstar und einem schauspielernden Sänger ist, präsentiert diese Blondine eindrucksvoll: Als Jessy verdreht sie in der ARD-Vorabendserie "Marienhof" Männern den Kopf, als Vaile versorgt sie Fans mit rockigen Klängen. Auf ihrem zweiten Album "Red Rain" schlägt die 25-Jährige laute Töne an und vermengt sie mit zarten Streichinstrumenten. Sie pendelt zwischen ruhigen Balladen und krachenden Rocksongs hin- und her, singt von der Liebe zur Natur, der Wildnis und sich selbst.Eines muss man der gebürtigen Hamburgerin lassen, singen kann sie. Ihre Stimme variiert, ihre Songs sind abwechslungsreich. Weit gefehlt, wenn man in Karolin Fuchs, wie Vaile bürgerlich heißt, eine musikalische Eintagsfliege sieht, die sich als Daily-Soap-Darstellerin über Wasser hält. Sie kann sogar noch mehr als gut aussehen und mit ihren Stimmbändern spielen - ihre Songs schreibt Vaile alle selbst, Instrumente wie das Klavier werden von ihren Händen bearbeitet - in Zeiten des Casting-Wahns und der Plastik-Musik ein Wunder. Ihr Stil erinnert an Evanescene, Within Temptation oder Nightwish, perfekt für Rocker, für den Otto-Normal-Zuhörer auf die Dauer etwas anstrengend. Denn ihre Songs reihen sich lückenlos aneinander, klingen nach einem Ganzen. Gefällt einem die impulsive erste Singleauskopplung namens "Red Rain", wird man das komplette Album, das sagenhafte 17 Songs umfasst, lieben. Gegenteilig leider auch der Fall. Balladen klingen nach Natur und Freiheit, rockigere Songs spiegeln Vailes Kraft und Stärke wider. Ihr Künstlername basiert auf das englische Wort "veil" - der Schleier, mit solch einem umgibt sie sich allerdings nicht immer. Es ist etwas schade, dass das Talent, was sie zweifelsohne ist, ihr Image etwas "tunt": Zu viel nackte Haut, zu kurze Röcke und tiefe Einsichten haben eigentlich nur jene Künstlerinnen nötig, die mit stimmlichen Qualitäten nicht punkten können - was bei Vaile definitiv nicht der Fall ist.
Riccarda Fuchs
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(Inpromo) |
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