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Secret Machines - Ten Silver Drops

Secret Machines Ten Silver Drops

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Was war das für ein Brett im Spätsommer 2004, als die Secret Machines ganz unauffällig mal eben mit ihrem Debüt "Now Here Is Nowhere" die Musikwelt auf den Kopf stellten. Die Essenz aus Led Zeppelin, Pink Floyd, Can und Hawkwind wurde in der Gegenwart zu einem kompakten Rocktorpedo zusammengeschustert, der ungefragt das hart umkämpfte Podest des Retro-Rocks ins Wanken brachte. Diese Drums! Der fließende Sound! Die Energie! Und nun, nachdem sich die Platte in unzähligen All-Time-Faves-Listen festgebissen hat, ist er auch schon da, der Nachfolger "Ten Silver Drops". Dass die Erwartungen allerorts sehr hoch sind, muss hier nicht extra erwähnt werden. Ob das auch den Texanern bewusst war? Davon ist fast auszugehen, hört man sich den Zweitling mehrmals über einen längeren Zeitraum an.

Denn schon bald stellt sich Ernüchterung ein. Beim Artwork fängt es an. Das ästhetisch gestaltete Cover des Vorgängers ist einem plumpen grünen Etwas gewichen, das so gar nicht zum Style des Dreiers passen will. O.k., Geschmackssache, ist geschenkt. Aber was bitte soll denn "Alone, Jealous And Stoned" sein? Space-Rock für den Bingonachmittag in der Turnhalle? Easy-Listening für Krautrocker, die allein, neidisch und bedröhnt sind? Keyboards wabern sinnlos umher, die Gitarre verläuft im Nichts, dabei wird "I'm Waitin' For You" skandiert. Schock. Es folgt "All At Once (It's Not Important)", der Abschuss. Das wäre ja schon als B-Seite zu peinlich, Sprachlosigkeit macht sich breit. Ausschussware aus U2s "Joshua Tree" trifft auf Proberaum-Exzerpte, die die Jungs von Boston irgendwann mal zur Sicherheit weggesperrt haben. Schnell weiter. Was geht da vor?

"Lightning Blue Eyes" kündigt sich mit luftigem Feedback an, und siehe da, endlich setzt der Groove ein! Verhalten kriecht er Richtung Vordergrund, so langsam fängt sich das Trio, wie fein. Der Klumpen im Magen löst sich etwas, und bei "Daddy's In The Doldrums" ist es endlich da, das Adrenalin. Der Sound ufert aus und nicht mehr ins Leere, die Band pflegt ihre musikalische Basis und wühlt sich langsam aus der eintönigen Stimmung. Passende Effekte, und die schon im ersten Streich bewährten psychedelischen Patterns springen aus den Startlöchern. Dann kommt "I Hate Pretending". Die Drums schlingern um die Hüften, die Elektrik ertränkt nicht mehr den Sound, sondern hüpft zwischen Gitarrenhooks und dickem Drumbeat hin und her. Na also, geht doch! Bevor in "Faded Lines" nochmals ein wenig Gas gegeben wird und ein braves "Ah-Ha" in den Background, äh, skandiert wird, geht es auch schon wieder zurück zum Anfang. Zuckerwatte-Sound satt, verkrampft interpretierter Pathos dröhnt in die Stille, und in "1000 Seconds" schlingern die Secret Machines einer ungewissen Zukunft entgegen. Mit einem Rauschen verabschiedet sich der Song und "Ten Silver Drops" der Enttäuschung kullern aus den Augen. Immerhin sind vier von acht Songs ziemlich gut geworden. Und den Rest wird man sich mit ein wenig Motivation vielleicht irgendwann auch schön gehört haben.

Constantin Aravanlis


Datum: 01.04.2006

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