(tsch) George Lucas dürfte sich darüber im Klaren gewesen sein, dass er einiges gutzumachen hatte. "Star Wars - Episode I" (1999), den ProSieben in der vergangenen Woche wiederholte, wurde zwar zum erfolgreichsten aller drei neuen Filme der Saga, war aber unzweifelhaft auch der schwächste. Ein Film mit Kindern, für Kinder. Die Fortsetzung, "Episode II - Angriff der Klonkrieger" (2002), legte da schon ein anderes Tempo und eine andere Ernsthaftigkeit an den Tag. ProSieben zeigt nun das Abenteuer gut ein Jahr nach der Free-TV-Premiere erneut.
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Wer sich also wünschte, Teil zwei möge auf den spielerischen Firlefanz seines Vorgängers verzichten, dessen Wunsch wurde erfüllt. Wer hoffte, die romantische Beziehung zwischen Anakin Skywalker (Hayden Christensen) und Senatorin Padmé Amidala (Natalie Portman, "Hautnah") möge keine allzu dominante Rolle spielen, dessen Hoffnung ist wahr geworden.
Abgesehen von einer Fortführung der bekannten Figurenkonstellationen im Rahmen der großen Gesamthandlung hat der "Angriff der Klonkrieger" mit dem ersten Teil nur noch wenig zu tun. Es wurde ein erwachsener Film. Regisseur und Schöpfer George Lucas besann sich stilistisch auf die Stärken der letzten Trilogie. Sein vor aufwändigen Spezialeffekten strotzender Film war die erste Großproduktion, die ausschließlich digital - ohne Filmmaterial - gedreht wurde.
Es geht um die Geburt der dunklen Seite der Macht, um die Ursachen für den großen Sternenkrieg, der noch folgen wird. Das Modell des Todessterns nehmen die Schurken mit in die Zukunft. Sie werden ihn bauen, jeder weiß das. Und noch so vieles mehr beginnt sich mit dem "Angriff der Klonkrieger" wundersam zu fügen. Dabei sind es zwei Kernfiguren, die sich durch alle Filme ziehen: Zum einen Obi-Wan (Ewan McGregor), der zum echten, charismatischen Jedi-Ritter gereift ist. Und Anakin Skywalker (Hayden Christensen), der zum Mann erzogen wurde. Die beiden werden zur Hilfe gerufen, als Senatorin Padmé Amidala nur knapp ein Attentat überlebt. In der Republik spalten sich immer mehr Gruppen ab und beginnen, sich für den großen Kampf zu formieren. Angeführt werden sie von Count Dooku (Christopher Lee), einem ernst zu nehmenden Gegner. Lee erfüllt seinen Auftrag glanzvoll: Er übertreibt nicht, faselt nicht und schweigt nicht. Grandios böse.
"Angriff der Klonkrieger" ist eine Brückengeschichte. Die Handlung ist überschaubar, Grenzen werden gesteckt. Ein Vorspiel also auf den düsteren, genialen Schlussakt. Aber ein fantastisches. Temporeich erzählt. Ehrlich gespielt. Ohne unsinnige Gimmicks, ohne überflüssige Nebenschauplätze. Bei allem steht die zweifellos grandiose Computertechnik nicht wie im ersten Teil über der Geschichte, sondern fügt sich wie selbstverständlich in sie ein. Und die komplett computergenerierten Charaktere haben wirklich etwas zu erzählen und treiben die Story voran, statt sie mit Nichtigkeiten zu lähmen.
Kai-Oliver Derks
Der weise Jedi Yoda weiß: "Begonnen der Klonkrieg hat." (ProSieben / Lucasfilm Ltd. & TM.)
Sind im Visier des Bösen: Anakin (Hayden Christensen, links), Amidala (Natalie Portman) und Obi-Wan Kenobi (Ewan McGregor). (ProSieben / Lucasfilm Ltd. & TM.)
Die Republik ist erneut vom Chaos bedroht. Glücklicherweise kann der junge Staatenverbund auf den unbestechlichen Jedi-Ritter Obi-Wan Kenobi (Ewan McGregor) zählen. (ProSieben / Lucasfilm Ltd. & TM.)
Datum: 01.04.2006
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