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Schöne tote Mädchen

Schöne tote Mädchen

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Intoleranz, Überwachungswahn, Hinterfotzigkeit, Unehrlichkeit - das sind noch die nettesten Eigenschaften der Vermieterin Olga (Inge Apelt), die eine heruntergekommene Wohnung an ein junges lesbisches Paar vermietet. Medizinstudentin Iva (Olga Pakalovic) und ihre Freundin Mare (Nina Violic) ziehen trotzdem in das Mietshaus in einem Zagreber Stadtteil ein und erleben in den nächsten 80 Minuten die kroatische Version der Hölle. "Schöne tote Mädchen" (2002) - jetzt auf DVD erhältlich - ist nicht nur ein beklemmender und technisch versiert umgesetzter Film noir, sondern auch eine genau und ungeschönte Beschreibung des Balkan-Landes.

Das Mietshaus an der Eisenbahnstrecke ist ein Auffanglager für die Ausgestoßenen der Gesellschaft. Ein Gynäkologe nimmt heimlich Abtreibungen vor, eine Prostituierte wird tagsüber angefeindet, abends aber gerne besucht, ein Ex-Soldat verprügelt regelmäßig seine Frau, ein alter Mann bewahrt seine tote Frau im Lehnstuhl auf, um weiter deren deutschen Rentenscheck zu kassieren, und vor der Tür lungern Skinheads herum. Diese degenerierten Gestalten - die schlimmste ist die Vermieterin Olga, die mit diabolischer Falschheit, hetzt und verleumdet - finden gleichgeschlechtliche Liebe unerhört.

Die latent aggressive Stimmung eskaliert, als sich Olgas Sohn Daniel (Kresimir Mikic) entschließt, mit Iva anzubändeln. Es gibt schließlich keinen Grund, den schmierigen Typen abzulehnen, finden Mutter und Sohn. Als sich Iva dennoch weigert, wird die psychische Gewalt körperlich, nimmt der düstere Thriller einen tragischen Verlauf.

Regisseur Dalibor Matanic hat in seinem Wohnhaus alles versammelt, was er an seinem Land nicht mag und was sich ändern muss. "Schöne tote Mädchen" ist aber nicht nur ein kritischer Film, sondern auch ein handwerklich versierter Thriller, der die Schlinge um Ivas Hals geschickt immer enger zuzieht. Dafür sorgt auch Kameramann Branko Linta, der die Enge des Hauses mit beklemmender Atmosphäre einfängt. Seine präzisen Bilder werden auf der DVD exzellent, mit Detailreichtum und atemberaubender Schärfe, wiedergegeben. Der Sound erreicht diese Qualität allerdings nicht. Ein schwächlicher 2.0-Mix bedient vornehmlich die Frontboxen und vernachlässigt räumliche Elemente. Auch das Bonusmaterial überzeugt nur bedingt. Das Making Of ist zwar interessant und unterhaltsam, aber viel zu kurz und das einzige Extra der DVD.

Andreas Fischer

bewertungsbox

bildformat 2,35:1 (anamorph)
sprachen Deutsch (2.0)
untertitel Keine
extras Making Of
laufzeit 77 Min.
tonsystem Dolby Digital
regionalcode Regionalcode 2
preis ca. 15 Euro
bewertung bild gut
bewertung ton befriedigend
bewertung extras befriedigend

Credits:
(HR 2002, R: Dalibor Matanic, D: Olga Pakalovic, Nina Violic, Kresimir Mikic u.a.)


Fataler Mietvertrag: "Schöne tote Mädchen" zeigt, warum man sich seine Mitbewohner vor dem Einzug genau ansehen sollte.
Fataler Mietvertrag: "Schöne tote Mädchen" zeigt, warum man sich seine Mitbewohner vor dem Einzug genau ansehen sollte. (Eurovideo)

Iva (Olga Pakalovic) und ihre Freundin Mare (Nina Violic) lieben sich und bringen damit die Hausgemeinschaft gegen sich auf.
Iva (Olga Pakalovic) und ihre Freundin Mare (Nina Violic) lieben sich und bringen damit die Hausgemeinschaft gegen sich auf. (Eurovideo)

Lidja (Jadranka Dokic, rechts) soll Iva (Olga Pakalovic) verführen.
Lidja (Jadranka Dokic, rechts) soll Iva (Olga Pakalovic) verführen. (Eurovideo)

Datum: 12.04.2006

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Diskussion: "Schöne tote Mädchen"

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