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Sklavin des Herzens

Sklavin des Herzens

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Lady Henrietta Flusky, Tochter eines irischen Aristokraten, lebt im 19. Jahrhundert in Australien zusammen mit dem ehemaligen Strafgefangenen Sam Flusky. Obgleich Sam es nach seiner Entlassung zu Reichtum gebracht hat, will man ihn und Henrietta nicht anerkennen. Diese gesteht ihrem Cousin Charles, der sie anhimmelt, dass sie selbst die Straftat begangen habe, für die ihr Mann hatte einsitzen müssen. Alfred Hitchcock drehte 1949 mit der großartigen Ingrid Bergman in der Hauptrolle den melodramatischen Kriminalfilm "Sklavin des Herzens", der nun erstmals auf DVD erhältlich ist.

Als Charles Adare (Michael Wilding) 1831 zusammen mit den neuen Gouverneur nach Sydney kommt, ist er erschüttert. Er sieht seine Cousine Henrietta (Ingrid Bergman) nach Jahren zum ersten Mal wieder und erkennt sie kaum. Sie ist ein Schatten ihrer selbst. Charles versucht vergeblich sie aufzuheitern, dabei verliebt er sich in Henrietta. Kurze Zeit später kommt er zufällig auf den Grund ihrer Verwandlung, und es entspinnt sich eine komplizierte Dreier-Beziehung.

Der Meister der Suspense verzichtete hier auf die gewohnte Art von Spannung und setzte stattdessen auf die Konflikte zwischen den Personen. Das Publikum goutierte dieses Experiment nicht - der Film floppte und fügte Alfred Hitchcock einen immensen finanziellen Schaden zu. Der Regisseur, der mit einem doppelten Cameo-Auftritt immerhin zwei Statisten sparte, war selbst Produzent und verlor durch den Misserfolg eine große Summe seines eigenen Geldes sowie seine Produktionsfirma Transatlantic Pictures.

Mit 2,5 Millionen Dollar war "Sklavin des Herzens" ein recht teurer Film. Neben der hochkarätigen Besetzung kosteten vor allem die prächtigen Kulissen und große Studiobauten eine Menge Geld. Dafür waren die Bilder aber State-of-the-Art. Leider haben sie im Laufe der Jahre etwas von ihrem Glanz verloren. Die Technicolor-Farben wirken blass und ausgebleicht, der Bildstand ist wacklig und die Vorlage wurde nicht von allen Verschmutzungen gereinigt. Der Mono-Sound ist zufrieden stellend, bedient natürlich vor allem die Front-Boxen. Dialoge und Musik werden aber deutlich und kräftig wiedergegeben.

Der Bonusteil sieht auf den ersten Blick mager aus, verbirgt aber neben recht ausführlichen Textinfos zu Regisseur und Darstellern eine kleine Interviewperle. Der französische Regisseur Claude Chabrol, der in den 50er-Jahren ein Hitchcock-Sonderheft der renommierten "Cahier du Cinema" initiierte, erzählt eine amüsante und mit reichlich Original-Footage unterlegte halbe Stunde lang von der Faszination des "Masters of Suspense".

Andreas Fischer

bewertungsbox

bildformat 4:3 (Vollbild)
sprachen Deutsch (1.0), Englisch (1.0)
untertitel Deutsch
extras Claude Chabrol über Alfred Hitchcock
laufzeit 108 Min.
tonsystem Dolby Digital
regionalcode Regionalcode 2
preis ca. 15 Euro
bewertung bild ausreichend
bewertung ton befriedigend
bewertung extras gut

Credits:
(USA 1949, R: Alfred Hitchcock, D: Ingrid Bergman, Joseph Cotton, Michael Wilding u.a.)


Mit extrem langen Einstellungen schaffte Alfred Hitchcock im jetzt erstmals auf DVD erhältlichen "Sklavin des Herzens" eine intensive Atmosphäre, in der er Fragen nach Schuld und Sühne stellte.
Mit extrem langen Einstellungen schaffte Alfred Hitchcock im jetzt erstmals auf DVD erhältlichen "Sklavin des Herzens" eine intensive Atmosphäre, in der er Fragen nach Schuld und Sühne stellte. (Kinowelt)

Ingrid Bergman spielt die labile Lady Henrietta Flusky mit sagenhafter Intensität.
Ingrid Bergman spielt die labile Lady Henrietta Flusky mit sagenhafter Intensität. (Kinowelt)

Ihr Cousin Charles (Michael Wilding) verliebt sich in Henrietta (Ingrid Bergman).
Ihr Cousin Charles (Michael Wilding) verliebt sich in Henrietta (Ingrid Bergman). (Kinowelt)

Datum: 12.04.2006

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