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Snow Patrol - Eyes Open

Snow Patrol Eyes Open

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Na, das ist kommerziell gesehen bestimmt eine Riesenchance: Snow Patrol aus Irland beziehungsweise Schottland durften vergangenes Jahr mit U2 auf große Reise durch das Vereinigte Königreich und Resteuropa gehen. Der bisherige Höhepunkt einer nicht unbedingt schnell, aber stetig ansteigenden Erfolgskurve, die ihren Anfang Ende der 90er-Jahre auf dem Label Jeepster (Belle & Sebastian) nahm und die Band in die Herzen nicht nur der Britpop-Community spülte. So hatten Snow Patrol mit "Run" einen Top-Drei-Single- und Clubhit, das zugehörige Platin-Album "Final Straw" überzeugte durch feingeschliffenen, perfekt austarierten Indiepop. Jetzt steht mit "Eyes Open" der Nachfolger in den Läden.

Der Erwartungsdruck dürfte groß gewesen sein bei einem Album, das neben Bono der Legende nach auch Michael Stipe auf seinen iPod geladen hatte. Snow Patrol ließen sich Zeit und luden ein. Martha Wainwright etwa, die bei einem Song Background-Vocals beisteuert, oder Eugene Kelly, den großen, alten Mann des Indiepop. An den Tasten: Ken Stringfellow, Posies-Mann, Big-Star-Reanimator und REM-Sessionmusiker. Und: Mit Paul Wilson und Tom Simpson wurden zwei als feste Mitglieder in die Band aufgenommen, die bereits zum Live-Kader gehörten.

Gute Rahmenbedingungen, also. Und gute Popsongs, was ja irgendwie klar war. Nach wie vor hat der Mann mit dem wunderbaren Namen Gary Lightbody eine der schönsten Stimmen in der angelsächsischen Popmusik. Und nach wie vor sind es die großen Momente des Lebens, über die er singt. "It's so clear now that you're all that I have", singt er zu Beginn der Platte und gibt so den Startschuss zu einer guten Stunde Zweisamkeitsauslotung der besten Sorte. "Hands Open" ist da wohl das eindringlichste - und punktet so ganz nebenher durch einen Sufjan-Stevens-Querverweis für die Nerd-Gemeinde.

Weitere Höhepunkte: "Shut Your Eyes" in dem das Zwischenspiel zwischen E-Gitarre, Keyboard und Orgel trotz wenig variabler Struktur für verblüffende Dynamik sorgt, "Set The Fire To The Third Bar", das Duett mit oben erwähnter Martha Wainwright, und der Schlusstrack, der konsequenterweise mit "Finish Line" betitelt wurde: Hier steht die Stimme Lightbodys klar im Vordergrund, das Instrumentale wurde auf einen etwas diffusen Klang heruntergeschraubt - gewöhnungsbedürftig, aber auch wunderschön. Dass da eine gewisse Glätte transportiert wird, steht symptomatisch für das ganze Album: Snow Patrol haben sich aus dem Biotop des Indiepops verabschiedet und wollen ganz oben mitspielen. Das ist ihnen auf jeden Fall zu gönnen, denn ihre ganz eigene, so gefühlsintensive Variante des Pop mag nah am Stadion dran sein, berührt aber ungemein.

Jochen Overbeck


Datum: 26.04.2006

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Diskussion: "Snow Patrol - Eyes Open"

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