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Hiroshima

Hiroshima

(tsch) Hiroshima - ein Wort, das für die Menschen verachtendste Massensvernichtungswaffe alles Zeiten steht. Für eine Stadt, die dem Erdboden gleichgemacht wurde, für Zehntausende von Menschen, die binnen eines Augenblicks verdampften oder verkohlten. "Dies ist die Geschichte einer Waffe, die die Welt veränderte", beginnt das spektakulär in Szene gesetzte Doku-Drama "Hiroshima" - eine Mischung aus Dokumentation und Spielfilmdrama, die in Kooperation des ZDF mit der BBC entstand. Vor 60 Jahren, am 6. August 1945, wurde die Bombe über der japanischen Metropole fallen gelassen.

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"Es kann zeigen, was von Zeitgenossen nicht gefilmt wurde", erklärt Prof. Dr. Guido Knopp, Leiter des Bereichs Zeitgeschichte und Zeitgeschehen, die Aufmachung des Dramas. "Momente der Entscheidung, Augenblicke voller Emotionen, Zeiten des Entsetzens." Der Historiker spricht von einer "Echtzeit-Reportage", die aus der ersten Zusammenarbeit mit den britischen Kollegen entstand. Und wahrlich: Ein TV-Spektakel kündigt sich an - schnelle Schnitte, professionell nachgestellte Szenen werden mit martialischer Musik untermalt, dazu obligatorische Zeitzeugenberichte.

Die Autoren inszenierten ein Doku-Drama, das teilweise daherkommt wie ein Actionfilm. Sie vermengen reale Statements und Archivaufnahmen mit Reenactment und Computeranimationen. "Das ist", erläutert im Film ein Off-Sprecher, "die Geschichte der Mannschaft, die die Bombe abwarf. Vor allem ist es die Geschichte der Menschen von Hiroshima." Detailliert wird geschildert, wie es zu diesem Abwurf kam, und was in den letzten Minuten der Crew und der betroffenen, überlebenden Menschen vor der Detonation geschah. Packend, fesselnd, wenn auch etwas reißerisch.

"Wir mussten einen Weg finden, die Zuschauer zu informieren und auch zu provozieren, ohne sie jedoch dabei zu verscheuchen", beschreibt Autor und Regisseur Paul Wilmshurst vom ZDF das 90-minütige Projekt, das größtenteils in Polen gedreht wurde. Der Journalist erinnert sich an die Eindrücke während der Aufnahmen: "Zu wissen, dass die dargestellten Ereignisse auf echten Erinnerungen beruhten und eben nicht fiktiv waren, erforderte eine emotionale Anteilnahme, die mitunter kaum zu ertragen war."

Ingo Gentner


Eine nachgestellte Szene des Doku-Dramas "Hiroshima": Ein kleines Kind irrt in der zerstörten Stadt umher.
Eine nachgestellte Szene des Doku-Dramas "Hiroshima": Ein kleines Kind irrt in der zerstörten Stadt umher. (ZDF / BBC)

Dr. Shuntaro Hida war vor 60 Jahren Militärarzt in Hiroshima und berichtet über die Gräuel des Bombardements.
Dr. Shuntaro Hida war vor 60 Jahren Militärarzt in Hiroshima und berichtet über die Gräuel des Bombardements. (ZDF / BBC)

Auf der Potsdamer Konferenz stellen die Alliierten die Weichen für die Nachkriegszeit. Die politischen Hintergründe, die zum Abwurf der Atomwaffe führten, werden ebenfalls in der Doku behandelt.
Auf der Potsdamer Konferenz stellen die Alliierten die Weichen für die Nachkriegszeit. Die politischen Hintergründe, die zum Abwurf der Atomwaffe führten, werden ebenfalls in der Doku behandelt. (ZDF / BBC)

Datum: 31.07.2005

Artikel ID 156349

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