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Tom Cruise
Perfekt ist gerade gut genugSchauspieler Tom Cruise (tsch) Obwohl schon 43 Jahre alt, versprüht Tom Cruise noch immer einen jungenhaften, fast schüchternen Charme. Dass seine Körpergröße dabei nicht gerade dem Gardemaß entspricht, hilft dabei zwar. Aber mal ehrlich: Beinharte Blockbuster-Helden sehen doch eigentlich anders aus. Dass Cruise dennoch in den letzten 25 Jahren eine beispiellose Karriere in Hollywood hinlegte, kürzlich wurde er von Kinobetreibern zum "Top Money-Making Star of 2005" gewählt, hat der Frauenschwarm seinem Fleiß und Ehrgeiz zu verdanken. Er lässt seine Filmcharaktere zwar gerne unmögliche Missionen ausfechten, setzt dabei aber auf das sichere Pferd, und das sind potenzielle Blockbuster. Wenn es um den Erfolg an der Kinokasse geht, verschwendet der Perfektionist keine Zeit an Experimente. Auch bei seinem neuesten Film, dem lang erwarteten "Mission: Impossible III" (Bundesstart: 04. Mai), überließ das Arbeitstier nichts dem Zufall. Anzeige
So verpflichtete das Produzententeam Tom Cruise und Paula Wagner den "Lost"- und "Alias - Die Agentin"-Schöpfer J.J. Abrams als Ko-Autor und Regisseur des Films. Der wurde unlängst von der "New York Times" als "einer der aufregendsten Geschichtenerzähler im Fernsehen" bezeichnet. Auch bei der Wahl des Schurken bewies Cruise ein feines Gespür: Bei seiner neuesten Mission wird sich Ethan Hunt dem diesjährigen Oscar-Gewinner Philip Seymour Hoffman in den Weg stellen müssen. Diesmal ließ Familienvater Cruise auch persönliche Erfahrungen in die Rolle des Agenten einfließen. In "M:i:III" soll nicht nur der Profi-Spion gezeigt werden, sondern auch Hunts private Seite. Schließlich liege eine der größten Herausforderungen im Alltag der meisten Menschen darin, das Gleichgewicht zwischen Familie und Arbeit zu finden: "Wie macht man einen Job, den man liebt, und schafft es trotzdem, genug Zeit mit seinem Partner und seinen Kindern zu verbringen? Ethan muss nicht nur diese zwei Welten ausbalancieren, sondern seine private Welt wird direkt von seiner Arbeit beeinflusst, weil er ein Spion ist." Getrieben vom Wunsch, die Zuschauererwartungen noch zu übertreffen, verlangt sich Cruise selbst allerhand ab. Bei Stunts nimmt er gerne Blessuren in Kauf, um seinem Projekt mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen: "Es ist, als würde man beim Football als Fänger durch die Mitte des Feldes rennen. Du weißt einfach, dass dich einer der Verteidiger voll erwischen wird. Ich will, dass es aufregend für die Zuschauer ist. Ich hoffe, dass sie in diesem Moment voll Ethan Hunt sind. Es sollte einfach so echt wie möglich aussehen", erklärt der Star seine Risikofreude. Mit seiner Hingabe versetzte Cruise selbst den vorgewarnten Regisseur ins Staunen: "Vor den Dreharbeiten prophezeite mir Cameron Crowe, dass Tom derartig konzentriert, professionell und fleißig sei, dass mich das für Rest meines Lebens verderben werde", erinnert sich Abrams. "Er hatte absolut Recht." Vielleicht sind es paradoxerweise gerade seine Defizite, die Cruise dahin gebracht haben, wo er jetzt steht. Die Kindheit war nicht leicht, die Jugend geprägt von den ständigen Umzügen der Eltern. Dazu litt er unter einer Lese- und Rechtschreibschwäche. Schon früh musste er mehr leisten als die anderen, um seine Ziele erreichen oder Anerkennung bekommen zu können. Der Hollywood-Star hat einen langen Weg hinter sich, seit er als 19-Jähriger in der romantischen Komödie "Endlose Liebe" (1981) das erste Mal für einen Kinofilm vor der Kamera stand. Bereits zwei Jahre später schaffte er mit "Lockere Geschäfte" den Durchbruch und erhielt seine erste Golden-Globe-Nominierung. Mit "Top Gun" und "Die Farbe des Geldes" errang Cruise 1986 endgültig internationalen Ruhm und wurde 1990 zum "Sexiest Man Alive" gewählt. Mittlerweile hat er in 34 Filmen mitgespielt, die an den Kinokassen mehr als Schwindel erregende siebeneinhalb Milliarden Dollar einspielten. Auf viele Experimente hat sich Cruise in seiner Karriere nicht eingelassen. Dennoch verbuchte er auch außerhalb des Blockbuster-Geschäfts Erfolge: Für seine Darstellungen in Kubricks "Eyes Wide Shut" sowie dem Ensembledrama "Magnolia" erntete er 1999 großes Kritikerlob. Für seine Rollen in "Geboren am 4. Juli", "Jerry Maguire" und "Magnolia" war Cruise für den Oscar nominiert und gewann den Golden Globe. Seit er 1993 gemeinsam mit Paula Wagner "Cruise / Wagner" Productions gründete, hat sich der Publikumsmagnet auch als Produzent in Hollywood einen Namen gemacht, und ist endgültig zu einem der mächtigsten Männer der Traumfabrik aufgestiegen. Neben Projekten mit Cruise als Darsteller wie den "Mission: Impossible"-Filmen oder "Last Samurai" hat seine Produktionsfirma auch eine Reihe von anderen Filmen, zuletzt Cameron Crowes "Elizabethtown", auf die Leinwand gebracht. Die Schattenseiten dieser Karriere sind jedoch unübersehbar. Täglich übertrifft sich die Presse mit immer groteskeren Geschichten aus dem Hause Cruise. Ein Gerücht über den Superstar, und sollte es auch noch so erfunden sein, verkauft sich immer und fast überall auf der Welt. Egal ob über die Liebe zu Katie Holmes, die Geburt ihrer Tochter Suri oder skurril anmutende Anekdoten bezüglich Cruises Scientology-Zugehörigkeit. Der unermüdliche Cruise, der kurz nach der Geburt seines Kindes zur "Mission: Impossible III"-Premiere nach Rom flog, wird sich auch in Zukunft nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen. In Michael Manns "The Few" soll er den amerikanischen Piloten Billy Fiske spielen, der in den frühen Tagen des Zweiten Weltkriegs trotz Neutralität seines Landes Angriffe gegen die Deutschen flog. Auch so ein Übereifriger. Ute Nardenbach |
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