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Drei Farben: Weiß(tsch) Im ersten Teil der Trilogie "Drei Farben: Blau" (Mittwoch, 3.8., 3sat, 22.25 Uhr) setzte sich Krzysztof Kieslowski ausschließlich mit dem Privatleben und der Suche der Hauptfigur (gespielt von Juliette Binoche) nach Freiheit auseinander. Im zweiten Film "Weiß" (1993) nahm der polnische Regisseur die gesellschaftliche Realität seiner Heimat nach dem Zusammenbruch des Sozialismus unter die Lupe. Auf überspitzte Weise stellte er das Gleichheitsdenken des vergangenen politischen Systems in Frage. Am Freitag, 04.08., 22.30 Uhr, schließt 3sat die Farben-Trilogie mit "Rot" ab. Anzeige Im Mittelpunkt von "Weiß" steht der in Paris lebende polnische Emigrant Karol (Zbigniew Zamachowski). Durch die Scheidung von seiner Frau Dominique (Julie Delpy) verliert er nicht nur ihre Liebe, sondern auch seine Papiere und seinen Friseursalon. In den Gängen der Metro, in denen er Heimatmelodien für ein paar Francs auf einem Kamm spielt, trifft er seinen Landsmann Mikolaj (Janusz Gajos), der ihn in einem Koffer zurück nach Polen schmuggeln soll. Der Coup gelingt. Karol kommt zurück nach Warschau, wo er zu einem reichen Unternehmer wird. Er beschließt, sich an Dominique zu rächen. Unter Vorspiegelung seines eigenen Todes lockt er sie nach Polen. Dort kommt es zu einem unverhofften Wiedersehen. Karol - der Name des Protagonisten - ist nicht zufällig die polnische Übersetzung von Charlie. Gemeint ist Charlie Chaplin. Kieslowski verlangte von seinem Hauptdarsteller Zamachowski, seinen Charakter wie einen typischen Chaplin-Helden zu spielen. Herausgekommen ist eine filmische Farce auf dem schmalen Grat zwischen Komödie und Tragödie und ein schwarzhumoriges Porträt Polens kurz nach dem Ende des real existierenden Sozialismus. Kieslowski selbst bezeichnete "Weiß" als eine "Film gewordene Karikatur bestimmter Hoffnungen und Tendenzen im Zusammenhang mit den neuen Verhältnissen in Polen". Trotz der Schwere seiner Thematik und den bisweilen etwas bemühten Versuchen, das Revolutionsideal "Gleichheit" als Leitmotiv zu verwenden, ist "Weiß" sicher der leichteste und amüsanteste Film der Trilogie und ein Höhepunkt im Schaffen des 1996 verstorbenen Regisseurs. Jasmin Herzog |
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