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Broken Flowers

Broken Flowers

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Don Johnston ist wie eine stattliche Rose, die lange Zeit ohne Wasser auskommen musste und seit Jahren den Kopf hängen lässt. Er muss nicht mehr arbeiten, weiß mit seinem Leben nichts anzufangen und sitzt mit bemerkenswerter Ausdauer auf einer dunklen Couch in seinem düsteren Haus herum. Ein rosa Brief, der unscheinbar ins Haus geflattert kommt, reißt ihn aus der Lethargie: Eine anonyme Ex-Geliebte teilt ihm darin mit, dass ihrer Liaison ein Sohn entsprungen ist, der mittlerweile 19 Jahre alt ist. In "Broken Flowers" (2005), sein "kommerziellster" Film ist gerade auf DVD erschienen, schickt Regisseur Jim Jarmusch Bill Murray auf die Suche nach dem Nachwuchs und auf einen Trip in eine Vergangenheit voller umwerfender Frauen.

Bill Murray darf auf seiner Reise Sharon Stone, Jessica Lange, Tilda Swinton und Frances Conroy besuchen. Alles Verflossene, die ihn jetzt mit den unterschiedlichsten Lebensentwürfen konfrontieren. Den ersten Halt macht er bei Sharon Stone, die mit graziler Leichtigkeit die lebenslustige Witwe Laura spielt und den alternden Casanova mit Kusshand und einem sinnlichen Rausch empfängt. Doch bis der überzeugte Egozentriker lernt, dass es auf der Welt noch andere Lebewesen gibt, die eine Daseinsberechtigung haben, muss er noch einige Stationen absolvieren.

Aus dem Porsche, den er in Sofia Coppolas "Lost in Translation" haben wollte, ist nichts geworden, dafür hat sich Bill Murray aber jede Menge Fred-Perry-Trainingsanzüge gekauft. Grüne, schwarze und blaue - die Farben sind gedeckt, so wie es sich für jemanden, der in einer persönlichen Krise steckt, gehört. Die Mitte des Lebens mit all ihren Problemen scheint eine faszinierende Anziehungskraft auf den Charakterkopf zu haben.

Jim Jarmusch kehrt mit "Broken Flowers" zu seinen minimalistischen Wurzeln zurück und hat in Bill Murray einen kongenialen Partner gefunden. Der Mimik-Geizhals entfaltet in der schnörkellosen Inszenierung seine ganze Kraft. Die sparsamen Gesten und Blicke zielen auf Herz und Verstand gleichermaßen und fräsen sich genauso ins Gedächtnis, wie die großartigen Auftritte der Frauen. Sie alle erzählen mit lakonischem Humor in intensiven Episoden von menschlicher Emotionslosigkeit und der Befreiung davon.

Leichte Schwächen beim Kontrast und ein Grundrauschen stören den optischen Eindruck etwas. Der Sound überzeugt mit einer sehr guten Dialogwiedergabe und dezenten Effekten. Der Bonusteil ist mager: Er enthält nur zwei kurze Featurettes und ein paar Outtakes.

Andreas Fischer

bewertungsbox

bildformat 1,78:1 (anamorph)
sprachen Deutsch (5.1), Englisch (5.1)
untertitel Deutsch, Englisch
extras Hinter den Kulissen; Verpatzte Szenen; Featurette "Farmhouse"
laufzeit 101 Min.
tonsystem Dolby Digital
regionalcode Regionalcode 2
preis ca. 20 Euro
bewertung bild befriedigend
bewertung ton befriedigend
bewertung extras ausreichend

Credits:
(USA 2005, R: Jim Jarmusch, D: Bill Murray, Sharon Stone, Jessica Lange u.a.)


Eine neue Midlife-Crisis für Bill Murray: In "Broken Flowers", der jetzt auf DVD erhältlich ist, sucht er auf einer abenteuerlichen Reisen die Vergangenheit seinen unbekannten Sohn.
Eine neue Midlife-Crisis für Bill Murray: In "Broken Flowers", der jetzt auf DVD erhältlich ist, sucht er auf einer abenteuerlichen Reisen die Vergangenheit seinen unbekannten Sohn. (Universum)

Don Johnstons (Bill Murray) Midlife-Crisis erreicht mit einem rosa Brief ihren Höhepunkt: Eine Verflossene behauptet, er habe einen 19-jährigen Sohn.
Don Johnstons (Bill Murray) Midlife-Crisis erreicht mit einem rosa Brief ihren Höhepunkt: Eine Verflossene behauptet, er habe einen 19-jährigen Sohn. (Universum)

Laura (Sharon Stone) ist eine von Don Johnstons (Bill Murray) Verflossenen und außerordentlich entzückt, ihn wiederzusehen.
Laura (Sharon Stone) ist eine von Don Johnstons (Bill Murray) Verflossenen und außerordentlich entzückt, ihn wiederzusehen. (Universum)

Datum: 04.05.2006

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Diskussion: "Broken Flowers"

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