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Don´t Come Knocking

Don't Come Knocking

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Von Wim Wenders durfte man nie rasante Roadmovies oder komödiantisch Leichtes erwarten. Aufs ernste Fach geeicht, machte er im Laufe seiner Karriere die Erfahrung, dass bei ihm "Autorenfilm" fast schon zum Schimpfwort wurde. Mit "Don't Come Knocking" brachte Wenders 2005 eine neue heitere Gelassenheit in sein Schaffen und gewann einer eigentlich tragischen Reise ins Ich überraschend komische Seiten ab. Kinowelt veröffentlicht nun den Film sowohl auf Single-Disc als auch als aufwändige Doppel-DVD mit einer umfangreichen Dokumentation.

"Don't Come Knocking" - bitte nicht stören: Die Batterien des ehemals gefeierten Western-Darstellers Howard Spence (Sam Shepard) sind leer. Er will nicht mehr, und so schnappt er sich am Set einer drittklassigen Filmproduktion ein Pferd und reitet wie im Schlussbild eines seiner Filme aus seinem lächerlichen Leben davon.

Im Gegensatz zu "Paris, Texas", der ersten Zusammenarbeit von Wenders und Shepard vor 20 Jahren, spielt die Landschaft keine Rolle. Die in zu vielen Streifen abgefilmte, inzwischen seelenlose Prärie-Kulisse bedeutet Howard nichts. Er verschenkt Pferd und Cowboystiefel und macht sich erst mit einem Mietauto und dann mit dem Bus auf zu seiner Mutter (Eva Marie Saint), die er seit sehr vielen Jahren nicht mehr gesehen hat.

Ein Album mit Fotos und Artikeln von und über ihn vor Augen sinniert er über sein Leben als Star mit tollen Gagen und Ruhm, aber auch über Frauengeschichten und Drogen und das, was er verpasst hat: Liebe, Familie, Kinder. Vor dem endgültigen Absturz nach einer durchzechten Nacht im Casino erfährt Howard, dass es womöglich ein Kind von ihm gibt. Eine Ahnung treibt ihn nach Butte in Montana.

Dort trifft er im Coffeeshop auf seine große Liebe Doreen, gespielt von Sam Shepards großartiger Frau Jessica Lange. Sie hat mit Earl (Gabriel Mann) tatsächlich einen Sohn im passenden Alter. Und dann taucht da noch das geheimnisvolle Mädchen Sky (Sarah Polley) mit einer blauen Urne im Arm in Butte auf.

Überhaupt sind es die Frauen, die in "Don't Come Knocking" pragmatisch das Leben und die Geschichte vorantreiben und die Männer mit ihren schlechten Gewohnheiten lächerlich aussehen lassen. Und schließlich erweisen sich der selbsternannte "Männerregisseur" und Bildkünstler Wim Wenders und der Wortkünstler Sam Shepard auch als milde und geben Howard noch eine Chance.

Schon die Single-Disc zum Film weist umfangreiches Bonusmaterial auf: einen Audiokommentar von Wim Wenders, geschnittene Szenen (ebenfalls mit Audiokommentar), dazu Interviews mit den Darstellern und Texttafeln, die biografische Daten zu Ernst Wilhelm Wenders beinhalten. Die Special Edition bietet darüber hinaus noch eine gute anderthalbstündige Dokumentation mit dem Titel "Going Places", die - unkommentiert - einen Blick hinter die Kulissen des Drehs gewährt und dabei eigenständigen künstlerischen Wert besitzt. Hinzu kommen 25 Minuten Videotagebuch von der Crew.

Das Bild zum Film arbeitet wie schon im Kino häufig mit Grau- und Schwarztönen und trägt somit zur Atmosphäre der Produktion bei. Der 5.1-Sound bleibt über weite Strecken sehr zurückhaltend, Surrounds gibt es kaum, wohl aber klare Dialoge und eine gute Einbindung der Musik.

Tom Ruder

bewertungsbox

bildformat 2,35:1 (anamorph)
sprachen Deutsch (5.1), Englisch (5.1)
untertitel Deutsch
extras Deleted Scenes mit Audiokommentar; Interviews mit den Darstellern; Audiokommentar Wim Wenders, Dokumentation "Going Places" über die Dreharbeiten; Hörfilmfassung für Blinde; B
laufzeit 118 Min.
tonsystem Dolby Digital
regionalcode Regionalcode 2
preis ca. 20 Euro
bewertung bild befriedigend
bewertung ton gut
bewertung extras gut

Credits:
(D 2005, R: Wim Wenders, D: Sam Shepard, Jessica Lange, Tim Roth u.a.)


"Don't Come Knocking" des deutschen Regisseurs Wim Wenders erscheint jetzt als aufwändige Special Edition.
"Don't Come Knocking" des deutschen Regisseurs Wim Wenders erscheint jetzt als aufwändige Special Edition. (Kinowelt)

Die goldenen Zeiten für den einstigen Western-Helden Howard Spence (Sam Shepard) sind längst vorbei. Er flieht vom Set eines B-Movies und reist zu seiner Mutter.
Die goldenen Zeiten für den einstigen Western-Helden Howard Spence (Sam Shepard) sind längst vorbei. Er flieht vom Set eines B-Movies und reist zu seiner Mutter. (Kinowelt)

Privatdetektiv Sutter (Tim Roth) ist Shepard dicht auf den Fersen, um ihn wieder zum Drehort zu bringen.
Privatdetektiv Sutter (Tim Roth) ist Shepard dicht auf den Fersen, um ihn wieder zum Drehort zu bringen. (Kinowelt)

Datum: 05.05.2006

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Diskussion: "Don´t Come Knocking"

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