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Fateless

Fateless - Roman eines Schicksallosen

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"Schicksallosigkeit bedeutet, Menschen werden gezwungen, ein Schicksal zu leben, das eigentlich nicht ihres gewesen ist." Literaturnobelpreisträger Imre Kertész erlebte und überlebte 1944 als Heranwachsender die Deportation von Budapest nach Auschwitz und Buchenwald. Später schrieb er darüber den autobiografischen "Roman eines Schicksallosen" - aus der für viele ungebührlich kritiklosen und unschuldig optimistischen Perspektive eines Jungen. Mit der Verfilmung von Kertész' Drehbuch gab Lajos Koltai 2004 sein Regie-Debüt - hochgelobt, doch nur 13.385 deutsche Kinobesucher sahen "Fateless". Nun erscheint die DVD, deren technische Ausstattung das filmische Kunstwerk voll zur Entfaltung bringt.

Lajos Koltai, häufig Kameramann des ungarischen Starregisseurs István Szabó ("Taking Sides - Der Fall Furtwängler", "Being Julia"), wollte keinen Holocaust-Film drehen, sondern ein persönliches Protokoll vom Leben im KZ auf die Leinwand bringen. Die individuellen Schilderungen des naiven Jungen György Köves (Marcell Nagy) zeigen einen neuen, anderen Blick auf das Grauen.

Budapest 1944: Zuerst muss der Vater sich von seinem 14-jährigen Sohn verabschieden und in ein "Arbeitslager" gehen. Kurz darauf wird György, der mit seiner jüdischen Identität nicht viel anzufangen weiß, in verschiedene Konzentrationslager deportiert. Er wird überleben und als Fremder in seine Heimat zurückkehren - in sich die Erfahrung von Leid, Verzweiflung, Solidarität und Gleichgültigkeit.

Mit einem Budget von zwölf Millionen Dollar ist "Fateless" bislang die teuerste ungarische Produktion. Auf der wirklichkeitsgetreuen Nachbildung des KZ-Geländes am Set hielt es Kertész nicht lange aus. Die eindringliche Bildsprache bewegt sich auf dem schmalen Grat einer zynischen Ästhetisierung des Schreckens. Das anamorphe Cinemascope-Bild gibt Lichteffekte und das Spiel mit Kontrasten gut wieder.

Die ausdrucksvolle Filmmusik des Oscar-nominierten Ennio Morricone ("Spiel mir das Lied vom Tod", "Der Pate") kommt durch den Dolby-Digital-5.1-Sound voll zur Geltung - ebenso das Geräusch, wenn der schwere Getreidesack seinen ausgehungerten Träger zu Fall bringt, Schritte nahen, Sirenen heulen. Stellenweise wirken Perfektion und Gewaltigkeit des Sounds übertrieben für einen eigentlich leisen Film. Einen Minuspunkt trägt der DVD die Tatsache ein, dass sich trotz dieser aufwändigen Produktion und des bedeutsamen Themas keinerlei Extras darauf finden.

Petra Fürst

bewertungsbox

bildformat 2,35:1 (anamorph)
sprachen Deutsch (5.1), Ungarisch (2.0)
untertitel Englisch
extras Keine
laufzeit 134 Min.
tonsystem Dolby Digital
regionalcode Regionalcode 2
preis ca. 17 Euro
bewertung bild gut
bewertung ton gut
bewertung extras ungenügend

Credits:
(D / H / GB 2004, R: Lajos Koltai, D: Marcell Nagy, János Bán, Daniel Craig u.a.)


"Fateless - Roman eines Schicksallosen": Das filmische Kunstwerk von Lajos Koltai ist nun auf DVD erhältlich.
"Fateless - Roman eines Schicksallosen": Das filmische Kunstwerk von Lajos Koltai ist nun auf DVD erhältlich. (Eurovideo)

Budapest 1944: Der 14-jährige György (Marcell Nagy), gebrandmarkt mit dem Judenstern, weiß nicht, was ihm seine jüdische Identität bedeuten soll.
Budapest 1944: Der 14-jährige György (Marcell Nagy), gebrandmarkt mit dem Judenstern, weiß nicht, was ihm seine jüdische Identität bedeuten soll. (Eurovideo)

Bei einem letzten gemeinsamen Abendessen nimmt György (Marcell Nagy, links) mit seiner Stiefmutter (Judit Schell) Abschied vom Vater (János Bán), bevor dieser ins "Arbeitslager" gehen muss.
Bei einem letzten gemeinsamen Abendessen nimmt György (Marcell Nagy, links) mit seiner Stiefmutter (Judit Schell) Abschied vom Vater (János Bán), bevor dieser ins "Arbeitslager" gehen muss. (Eurovideo)

Datum: 05.05.2006

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Diskussion: "Fateless"

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Artikel ID 167781

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