David Fridlund: Amaterasu
David Fridlund AmaterasuAls "Traum jeder Plattenfirma" wird David Fridlund, seines Zeichens schwedischer Songwriter, im Presse-Info zu seinem Solo-Debüt "Amaterasu" gepriesen. Keine "Schreibblockaden", "ständig einen neuen Song im Kopf", Album-Aufnahmen, die "nicht viel Zeit in Anspruch" genommen haben. Man ist geneigt, solche Aussagen extrem skeptisch zu betrachten. Und dann begeistert "Amaterasu" musikalisch auf voller Länge, dass man Fridlund sogar mit weiteren Attributen überhäufen muss: extrem wandlungsfähig, musikalisch gut orientiert und traumhaft schön. Mit den beiden Alben seiner Band David & The Citizens konnte David Fridlund bereits Achtungserfolge in Skandinavien einfahren, der Song "The End" vom letzten Album "Until The Sadness" landete auf dem Schweden-Sampler "Atomström" und fügte der dort vorrangig versammelten Retro-Rock-Pop-Romantik seiner Landsleute eine melancholisch-dunkle, jedoch nicht weniger tanzbare Indie-Pop-Note bei. Mit "Amaterasu" wird Fridlunds Schaffen nun hoffentlich auch einem breiteren Publikum zu Ohren kommen. Denn zum einen schlägt dieses Solo-Album mitnichten den einfachen Weg einer Ein-Mann-traurige-Songs-Veranstaltung ein, dafür sorgen gelegentlich auftauchende Bläser, Streicher, Orgel und vor allem Fridlunds Gesangspartnerin Sara Culler. Zum anderen beweist er beim Gang durch 14 Songs eine beeindruckende Wandlungsfähigkeit. Egal, welche Gangart Fridlund einschlägt, ob chansoneskes Schlendern, flotter Trauer-Marsch, akustische Lagerfeuer-Starre oder famoses Piano-Power-Gehopse, er wandelt immer zielsicher auf zwar schon betretenen, aber unterschiedlichsten musikalischen Pfaden. Zärtliche Orientierung geben dabei Songwriter-Kollegen wie Nick Drake ("November") und Ben Folds ("White Van"), aber auch Conor Oberst von den Bright Eyes, mit dem Fridlund stimmliche Qualitäten und den Hang zu einer gewissen Rotwein-Melancholie teilt. Auf "Then I Will Miss You" mischt sich auch Leonard Cohen in die illustre Runde von Meilenstein-Setzern, an denen sich "Amaterasu" ausrichtet. Beim Piano-Instrumental "Knives" stehen sogar Radiohead schweigend am Wegesrand. Und, wohin ihn der weitere Lebensweg auch immer führen wird (momentan ist für Herbst zunächst ein neues Band-Album angekündigt), Fridlund wird sicher weiterhin zielsicher den Weg zu schönen Melodien finden. Ein Traum, nicht nur für Plattenfirmen. Stefan Weber |
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