Nils Lofgren Sacred Weapon
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Sessionmusiker, die eigene Platten veröffentlichen, haben stets ein kleines Problem: Sie firmieren als die Anhängsel großer Stars, deren berühmten Stimmen sie für gewöhnlich ihr Keyboard-, Gitarren- oder Schlagzeugspiel zu Füßen legen. Nils Lofgren hat auch mal so angefangen, doch inzwischen den Status hinter sich gelassen, einfach nur Bruce Springsteens Gitarrist zu sein. Recht so, denn über Lofgrens Musik, etwa auf dem neuen Album "Sacred Weapon", sagt das ohnehin nicht allzu viel aus.Die Richtung, die er mit dem ersten Stück "In Your Hands" vorgibt, lässt sich allerdings durchaus gut mit einem anderen Star beschreiben, den er sich als Gast geholt hat: Willie Nelson, inzwischen hauptsächlich als Gastmusiker bei Kollegen unterwegs, ist eine Legende des Country und steht für eine Richtung, die nichts zu tun hat mit der oft stumpfen Trucker-Romantik vieler Country-Schlager. In ähnlicher Weise schlägt nun Lofgren seine ländlichen Saiten an, meist auf Akustikgitarren, Dobros und Steel Guitars. Rock ist es dennoch, was er da spielt, aber er schämt sich seiner Gefühle nicht. Die verpackt er schön in erdige Americana, gerne mal mit Honky-Tonk-Klavier und Backgroundchor im New-Orleans-Stil. Zum Schluss hin rockt er immer heftiger los, zum Höhepunkt "Mr. Hardcore", mit dem Lofgren auch zeigt, was er auf seinen Tele- und Stratocastern so drauf hat. Dabei, und das ist besonders angenehm, steht immer sein Songwriting im Vordergrund, während andere Instrumentalisten auf ihren Soloplatten ja gerne ihre Fingerfertigkeit so zur Schau stellen, dass es dem Hörer schon nach der halben Zeit reicht. Lofgren ist virtuos, muss aber nicht darauf herumhacken. So überrascht der Blick ins Beiheft, der offenbart, dass der Gitarrist auch zahlreiche Keyboards, Pianos und Akkordeon-Spuren höchstselbst eingespielt hat. Schön, dass Lofgren damit nicht nur Springsteen-Fans vom Hocker reißt, sondern jeden, der gerne starken Country-Rock hört.
Alfons Marian
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