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Cécile Verny Quartet - The Bitter And The Sweet

Cécile Verny Quartet The Bitter And The Sweet

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"Ich habe jahrelang zwischen den Stühlen gesessen, fühlte mich nicht ganz wohl zwischen den Kulturen und Musiken." Cécile Verny ist an der Elfenbeinküste geboren, in Frankreich aufgewachsen und lebt nun in Freiburg. Eine kulturelle Last, die sie da trägt, sicher. Aber auf dem neuen Album ihres Quartetts, "The Bitter And The Sweet", hat sie daraus ein Geschenk gemacht. Wobei die afrikanischen Einflüsse so deutlich nicht sind.

Das Cécile Verny Quartet spielt eine Mischung aus Jazz und Pop, wie sie derzeit sehr populär ist. Allerdings nicht als Nachahmer, immerhin ist es schon das vierte Album der Formation, mit dem sie ihren erprobten Stil weiter verfeinert haben. Die Jazzelemente: ein klassisches Trio-Line-up an den Instrumenten - Schlagzeug, Kontrabass, Piano; außerdem die Stimme von Cécile Verny, die eindeutig gerne Musik von Ella Fitzgerald hört, aber ihr ganz eigenes Timbre mitbringt - eben bitter und süß zugleich. Die Popelemente: schöne, unprätentiöse Melodien, die man noch nach Tagen im Ohr hat. Doch auch hier spielt Jazz eine Rolle. Alles klingt ein wenig nach Cocktail Lounge, ohne dabei zur quantité négligeable eines dahinplätschernden Bar-Ensembles zu verkommen.

Apropos Französisch: In der Sprache ihrer Kindheit singt Verny eines der besten Lieder dieser CD, "Quand il pleut". Alles andere ist auf Englisch, und die Bandleaderin profitiert dabei von den Kompositionskünsten ihrer Mitspieler Andreas Erchinger und Bernd Heitzler, mit denen zusammen sie die meisten Songs geschrieben hat. Die wiederum profitieren von Vernys Gesang, der alles irgendwie leicht und dennoch reif klingen lässt. Damit fügt sich das Quartett nicht nur glänzend in die gegenwärtige Jazzszene, sondern hat obendrein einen ganz eigenen Stil entwickelt, mit dem es Ellas Songbook-Tradition in die Zukunft verlängert.

Alfons Marian


Datum: 12.05.2006

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