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Metric - Live It Out

Metric Live It Out

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Goldauszeichnungen, TV-Auftritte, MTV-Airplay, ausverkaufte Touren und eine Nominierung für einen Musikpreis. Metric haben es geschafft. Zumindest in ihrer Heimat Kanada. Und man fragt sich unweigerlich, ob die Menschen dort mit offeneren Ohren durch die Welt gehen, ob solch eine wüste und aufregende Zusammenstellung von Musik, wie das Quartett sie auf ihrem zweiten Album "Live It Out" präsentiert, andernorts solchen Erfolg hätte oder haben könnte - oder haben wird, nachdem das Album jetzt auch in Deutschland erscheint.

Dabei wird es sich hierzulande um den Erstkontakt handeln, denn auch Metrics Debütalbum "Old World Underground, Where Are You Now?" aus dem Jahr 2003 erscheint erst dieser Tage beim kleinen Label Unter Schafen Records. Und zu entdecken gibt bei der Band um die (Ex-Stars-)Sängerin Emily Haines und den New Yorker Gitarristen Jimmy Shaw nicht nur aufgrund dieser Doppelveröffentlichung eine Menge.

Der knapp sechsminütige Opener "Empty", macht es dabei zunächst nicht unbedingt einfach, beginnt als sanfter Gitarren-Pop, entpuppt sich zwischenzeitlich als wilder New Wave der Marke Blondie, der dann fast unbemerkt wieder in die ruhigen Fahrwässer zurückkehrt. Das darauffolgende "Glass Ceiling" klingt, als ob die Indie-Pop-Darlings von Rilo Kiley sich in einem dunklen und schmutzigen Underground-Club verirrt hätten, in dem der Bass den ganzen Abend dröhnt und groovt. Und "Handshakes" schickt ein Dankesschreiben an die New Yorker Art-Punk-Szene, zu Händen der Yeah Yeah Yeahs.

Mit diesen drei Songs hat man die Referenzen zwar halbwegs eingeschränkt, für Metric scheinen solche Grenzziehungen aber mehr als willkürlich zu sein. Sie gehen lieber mit "Poster Of A Girl" noch einen Schritt Richtung 80er-Jahre-New-Wave-Synthie-Pop. Treiben im Disco-Punk von "Monster Hospital" ihr ohrwurmiges Spiel mit The Clashs Schlachtruf "I Fought The Law", der der politisch-prekären Lage von Shaws Heimat Amerika entsprechend in "I Fought The War, But The War Won" umgedichtet wird. Sie betreten mit "The Police And The Private" unbeirrt den weitläufigen Zwischenraum zwischen Indie-Pop und Elektronik, in dem auch The Postal Service zu Hause sind.

Mindestens einen gibt es dann noch zu entdecken: den hymnischen Indie-Rock-Titelsong am Ende des Albums. Und für Neugierige, die sich bei jedem Hören an immer neuen Details freuen und gegen gängige Pop-Erfolgsrezepte resistent sind, noch eine ganze Menge mehr.

Stefan Weber


Datum: 14.05.2006

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