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Hoobastank - Every Man For Himself

Hoobastank Every Man For Himself

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Kurz nach dem Einlegen geht es erst einmal deftig hart zur Sache: Das neue Hoobastank-Album beginnt mit der Ansprache eines Drill-Sergeants, der im Intro "The Rules" erklärt. Auch auf dem folgenden Song "Born To Lead" brüllt Sergeant Dale Guy mit seinem militärisch geschulten Organ. Aber keine Sorge, auf "Every Man For Himself", dem dritten Album der kalifornischen Combo, singt zumeist - wie von den Vorgängern "Hoobastank" (2002) und "The Reason" (2004) gewohnt - Doug Robb. Und das alles andere als militärisch-hart gedrillt, sondern mit viel Gefühl in der Stimme.

Mit dem Song "The Reason" gelang dem damaligen Quartett vor gut zwei Jahren weltweit der Durchbruch. Überall lief die hymnische Ohrwurm-Ballade in den Radios und im Musikfernsehen, in Deutschland kletterte der Song unter die Top 20 und hielt sich 19 Wochen in den Single-Charts.

Mittlerweile zu einem Trio geschrumpft - Bassist Markku Lappalainen stieg aus der Band aus -, legen Hoobastank im Jahr 2006 also ein neues Album vor. Und sie sagen selbst, dass sie ihrem Stil treu geblieben sind. Kommt also Langeweile auf? "Every Man For Himself" bietet erneut eingängigen, pop-rockigen Emo-Core in der Tradition der US-Kollegen The Calling oder Lifehouse. Insgesamt ist die Platte sehr ruhig und weniger rockig geworden. Tatsächlich ist eher Balladesques und Mid-Tempo angesagt. Richtig krachende Riffs finden sich kaum, Songs wie "Don't Tell Me", "Say The Same" oder "Without A Fight" schrammeln zumindest ein bisschen härter. In einem Interview sagte Gitarrist Dan Estrin: "Wir wissen, dass wir eine Rock-Band sind, aber wir schreiben auch Balladen. Diese sind meistens die interessanteren Songs. Und diesmal gibt es mehr davon als von den schnelleren Sachen."

An den Chartbreaker "The Reason" erinnert am ehesten noch "If I Where You", dementsprechend ist dies auch die erste Singleauskopplung. Ob sie allerdings genauso erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten, fehlt nicht nur diesem Song der allerletzte zündende Funke für einen wirklichen Schmuse-Hit. Zwar probieren es Hoobastank auch mal mit musikalischer Variation, im poppig-ruhigen Schlusssong "More Than A Memory" sind sogar Flöten, Akkordeon, Glockenspiel und Trompete hineingemischt. Dennoch plätschern die 13 Lieder manchmal eher etwas langweilig vor sich hin. Es fehlt der letzte Biss und ganz große Drang zur Super-Balladen-Hymne, wie sie beispielsweise zu Hauf von den in dieser Hinsicht genialen 3 Doors Down kommen.

Julia S. Köhler


Datum: 15.05.2006

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