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The Da Vinci Code - Sakrileg

The Da Vinci Code - Sakrileg

(tsch) Drehbuchautor Akiva Goldsman dürfte sich im Klaren gewesen sein, vor welch schwieriger Aufgabe er stand. Millionen Leser in aller Welt kennen die Buchvorlage von Autor Dan Brown sehr genau und knüpfen dank dessen bildreicher Sprache präzise Vorstellungen an eine Verfilmung. Dennoch: Es war klar, dass "Sakrileg" das Interesse Hollywoods wecken würde, das bei Blockbustern zunehmend auf PR versprechende Marken setzt. Nun also kommt "The Da Vinci Code", fürs deutsche Publikum noch mit der Bindestrichbetitelung "- Sakrileg" ergänzt, in die Kinos.

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Der Roman von Dan Brown führt seine Leser auf besonders geschickte Weise durch ein Labyrinth, immer wieder angereichert durch die sehr persönlichen Ansichten der Hauptfigur. Das in glaubhafte Bilder umzusetzen, war die zweifellos schwere Aufgabe des erfahrenen Regisseurs Ron Howard, der einräumt, nie zuvor an einem vergleichbaren Projekt gearbeitet zu haben: "einem, das nicht nur Entertainment bietet und starke Emotionen hervorruft, sondern auch zu Diskussionen anregt."

Diese dürften allen am Projekt Beteiligten freilich gelegen kommen. "The Da Vinci Code" sorgte in Deutschland wie in den USA gleichermaßen schon im Vorfeld für leidenschaftliche Diskussionen, die die Neugier auf den Film anstachelten. So war Howard nicht bereit, auf die Forderung von Opus Dei einzugehen, den Film mit einem Hinweis zu versehen, nachdem es sich um eine frei erfundene Geschichte handele. Die konservative katholische Organisation Opus Dei spielt eine Schlüsselrolle in dem Roman, der mit einer Reihe von Halbwahrheiten und Mythen jongliert.

Der Film selbst nun wurde im Vorfeld ähnlich geheimnisvoll behandelt. Seine Weltpremiere erlebt er bei den Festspielen in Cannes am 17. Mai, der deutschen Presse wurde er vorher nicht gezeigt. Dennoch lief die Maschinerie auf Hochtouren. Hauptdarsteller Tom Hanks tourte durch die Talkshows und betont die gute Chemie mit dem Regisseur, beide hatten bereits zu "Apollo 13" zusammengearbeitet. Die weiteren Schlüsselfiguren wurden mit Blick auf eine internationalen Vermarktung besetzt: Die Französin Audrey Tautou spielt die Polizei-Kryptografin Sophie Neveu. Sie und der Harvard-Symbologe Robert Langdon (Hanks) ermitteln gemeinsam.

Ausgangspunkt ist der Mord am Museumsdirektor des Louvre, der in den Minuten seines Sterbens sein Ableben auf besondere Weise inszeniert. Hier nimmt sie ihren Anfang, die Schnitzeljagd quer durch Europa. Codes, die es zu entschlüsseln gilt, versteckte Botschaften in Kunstwerken, eine sagenumwobene Bruderschaft, die über zwei Jahrtausende hinweg ein Geheimnis mit sich trug.

Es geht um die Rolle des Weiblichen in der Religion. Ist der vermeintliche Jünger auf da Vincis Bild des Abendmahls in Wahrheit Maria Magdalena? War Jesus verheiratet, hatte er gar ein Kind? Dazu allerlei Spekulatives über die Mona Lisa und die Felsgrottenmadonna. Autor Dan Brown spielt auf kluge Weise mit Weltbekanntem, verführt seine Leser in geradezu dreister Weise und schuf so ein vermeintlich aufklärerisches Buch, dessen spekulativer Inhalt freilich durchs nichts belegt ist.

Dennoch führte der 152 Minuten lange Film schon im Vorfeld in Kirchenkreisen zu Boykottaufrufen und Ähnlichem, was der Aufmerksamkeit, die ihm weltweit zuteil werden wird, noch zuträglich ist. Einem Erfolg auch in den deutschen Kinos dürfte also nichts mehr im Wege stehen.

Kai-Oliver Derks

Credits:
V:Sony Pictures, USA 2006, R: Ron Howard, D: Tom Hanks, Audrey Tautou, Paul Bettany u.a.

Laufzeit: 152 Min.


Robert Langdon (Tom Hanks) und Sophie Neveu (Audrey Tautou) rätseln, welches Geheimnis die "Mona Lisa" verbirgt.
Robert Langdon (Tom Hanks) und Sophie Neveu (Audrey Tautou) rätseln, welches Geheimnis die "Mona Lisa" verbirgt. (2006 Sony Pictures Releasing GmbH)

Sophie Neveu (Audrey Tattou) und Robert Langdon (Tom Hanks) folgen den Spuren bis in die Londoner Westminster Abbey.
Sophie Neveu (Audrey Tattou) und Robert Langdon (Tom Hanks) folgen den Spuren bis in die Londoner Westminster Abbey. (2006 Sony Pictures Releasing GmbH)

Hals über Kopf muss Robert Langdon (Tom Hanks) mit Hilfe von Sophie Neveu (Audrey Tat) aus dem Louvre fliehen.
Hals über Kopf muss Robert Langdon (Tom Hanks) mit Hilfe von Sophie Neveu (Audrey Tat) aus dem Louvre fliehen. (2006 Sony Pictures Releasing GmbH)

Datum: 17.05.2006

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