(tsch) Hätten ahnungslose Kinogänger darüber spekulieren müssen, wie wohl der Film aussähe, der zum ersten Mal die beiden Superstars Brad Pitt und Julia Roberts zueinander führt, sie wären niemals auf so etwas gekommen. "Mexican" heißt diese Mixtur aus Komödie und Road-Movie mit einigen romantischen Untertönen. Staubig, krude, nicht immer leicht verdaulich, aber doch unterhaltsam, kommt die Regiearbeit von Gore Verdinski daher. 2001 sahen mehr als 1,5 Millionen Zuschauer in Deutschland den Film, nun zeigt die ARD eine nächtliche Wiederholung.
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Lustig ist das hier bisweilen schon. Was vor allem an Brad Pitt liegt, der diesmal in die Rolle eines unfreiwilligen Tollpatsches schlüpft. Wie dieser Typ, Jerry Welbach, jemals zum Handlanger der Mafia werden konnte, fragt man sich wohl, ist aber dann letztlich ohne Belang. Jedenfalls würde er gerne Schluss mit dem Verbrechen machen und sich seiner Freundin widmen. Denn Samantha setzt ihm die Pistole auf die Brust: Heiraten möchte sie ihn, in Las Vegas. Aber Jerry muss "nein" sagen. Er erhält einen letzten Auftrag, den er unbedingt erledigen soll. Samantha versteht's nicht, macht Schluss und schmeißt ihn raus.
Es sind zwei Geschichten, die Drehbuchautor J.H. Wyman fortan erzählt. Da ist zum einen Jerry, der sich auf den Weg nach Mexiko macht, um dort in einem unbedeutenden Kaff eine Pistole abzuholen. Nicht irgendeine Waffe. Nein. Den "Mexican". Ein uraltes, wertvolles Teil, das offensichtlich eine bedeutende Geschichte hat. Es folgt einer der schönsten Kunstgriffe des Films. Mehrfach werden in ästhetisch inszenierten Rückblenden Legenden erzählt, die sich um die Waffe ranken. Welche stimmen, welche nicht?
Höchst skurril ist das, was Jerry da erlebt. Ein Typ gibt ihm die Pistole, kurz darauf ist er tot. Dann wird der Wagen samt Knarre gestohlen, Jerry schlägt sich durch gen Vereinigte Staaten. Er wird den "Mexican" schon wieder bekommen. Indessen hat sich Samantha alleine in Richtung Las Vegas aufgemacht. Bald schon wird sie von einem rätselhaften Schwarzen gekidnappt, der allerdings gleich wieder erschossen wird. Nicht wirklich übrigens, er überlebt, aber das weiß zu dem Zeitpunkt noch niemand. Ein schönes Durcheinander. Der Schütze jedenfalls nimmt Samantha als Geisel.
Es handelt sich um einen Auftragskiller - Leroy, der wohl zu den merkwürdigsten Typen gehört, die man seit Jahren im Film gesehen hat. James Gandolfini, bekannt aus der Krimiserie "Sopranos", verkörpert bravourös den skrupellosen Verbrecher, der in seinem Privatleben denn doch das eine oder andere Geheimnis mit sich herumträgt. Schwul ist er, mit den Männern hat er Pech, und das wird auch bei dieser Geschichte nicht anders sein. Es entwickelt sich eine spröde Beziehung zu seiner Geisel. Irgendwann werden sie dann alle wieder zusammen sein, das Geheimnis um die Waffe wird gelüftet, und alles findet zu einem überraschenden Ende.
Alexander Franck
Gerne würde Jerry (Brad Pitt) mit seiner Verlobten Samantha (Julia Roberts) ein neues Leben beginnen - aber daraus wird erst einmal nichts. (ARD Degeto)
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