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Die Beat Generation

Die Beat Generation - wie alles anfing

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Sieben Jahre sei er auf der Straße gewesen. Sieben lange Jahre, die er in drei Wochen schreibend reflektierte, sagte Jack Kerouac in einer Fernsehshow. Da hatte er mit seinem Roman "Unterwegs" (1957, im Original "On The Road") gerade ein erfolgreiches literarisches Statement der "Beat"-Generation veröffentlicht. Dabei waren den Beatniks Veröffentlichungen und die damit verbundene Bekanntheit, inklusive Homestories im "Life"-Magazin, verhasst. Chuck Workman zeigt mit seinem erstmals auf DVD erhältlichen Dokumentarfilm "Die Beat Generation - wie alles anfing" (1998), warum Kerouac, William S. Burroughs und Allen Ginsberg trotzdem die moderne Form der Popkultur begründen mussten.

Was Kerouac in der Show sagte, war etwas übertrieben. In Wirklichkeit reflektierte er in seinem Buch einige Trips, die er zusammen mit dem Gammler Neal Cassidy in der Nachkriegszeit machte. Er trampte durch die USA und suchte den Mythos von Freiheit und Weite. "Aber alles, was ich fand, waren ordentliche, beengende Vorstädte."

Kerouac und seine Freunde, die sich in den 40er-Jahren an der New Yorker Columbia University erstmals trafen, waren die Ersten, die den Unterschied zwischen Selbstwahrnehmung und Wirklichkeit in den USA erkannten und formulierten. Sie fühlten sich von der Gesellschaft betrogen, wollten sie aber nicht mit Macht verändern. Also blieb ihnen der Untergrund, dort fühlten sie sich wohl, dort kosteten vom wahren Leben, dort diskutierten sie und dort schrieben sie ihre Gedanken auf. Lose und ungeordnet, sie waren jung und reflektierten auf ihre Art und Weise. Der Ruhm kam erst später und eher ungewollt, dann aber richtig.

"Wenn Du cool sein willst, dann liest Du 'Naked Lunch'", sagt ein New Yorker Teenager in die Kamera. Das war 1998, als Chuck Workman seine Dokumentation drehte und William S. Burroughs' Drogenfantasie, ein weiteres Schlüsselwerk der "Beatniks", bereits 40 Jahre alt und inzwischen auch von David Cronenberg verfilmt worden war. Für seinen Film hat Workman aber auch Burroughs und Ginsberg erneut vor die Kamera geholt, zum letzten Mal. Dazu ließ er ihre Schlüsseltexte von Schauspielern lesen: Johnny Depp tritt als Jack Kerouac auf, John Turturro als Allen Ginsberg und Dennis Hopper als William Burroughs.

Mit weiteren Interview- und Filmausschnitten entstand so eine fiebrige Hommage an die fiebrigen Gedanken der Unangepassten, die die Welt veränderten. Bob Dylan, Andy Warhol, Tom Waits und auch Jim Jarmusch wären jedenfalls ohne die Quelle der "Beats" nicht denkbar. Auch die Hippie-Bewegung der 60-ern entstand vor allem dank des Einflusses der Beatniks auf die Jugendkultur.

Die stilvollen und sehr direkten Bilder sind etwas pixelig - aber hier entschädigt der Inhalt für die technischen Qualitätseinbußen. Auch der Sound ist spartanisch, für die Dialoge werden nur die Frontboxen genutzt. Das reicht ja auch aus. Ärgerlicher ist die gähnende Leere im Bonusteil. Nach den 85 spannenden Filmminuten wären weiterführende Extras nicht die schlechteste Idee gewesen.

Andreas Fischer

bewertungsbox

bildformat 4:3 (Vollbild)
sprachen Englisch (2.0)
untertitel Deutsch
extras Keine
laufzeit 85 Min.
tonsystem Dolby Digital
regionalcode Regionalcode 2
preis ca. 14 Euro
bewertung bild befriedigend
bewertung ton befriedigend
bewertung extras ungenügend

Credits:
(USA 1998, R: Chuck Workman, D: Johnny Depp, Dennis Hopper, John Turturro u.a.)


Mit ihnen begann die Pop-Kultur: "Die Beat-Generation - wie alles anfing" zeigt semi-dokumentarisch, wie die Jugend in den 40er-Jahren auf einmal anfing zu leben. Der Film ist nun auf DVD erhältlich.
Mit ihnen begann die Pop-Kultur: "Die Beat-Generation - wie alles anfing" zeigt semi-dokumentarisch, wie die Jugend in den 40er-Jahren auf einmal anfing zu leben. Der Film ist nun auf DVD erhältlich. (MC One)

An der Columbia-University erfanden sie sich als die Beatniks neu, von links: Jack Kerouac, William S. Burroughs und Allen Ginsberg.
An der Columbia-University erfanden sie sich als die Beatniks neu, von links: Jack Kerouac, William S. Burroughs und Allen Ginsberg. (MC One)

Die Hippies waren auch nur Nachahmer, Flower Power gab es schon in den 40er-Jahren.
Die Hippies waren auch nur Nachahmer, Flower Power gab es schon in den 40er-Jahren. (MC One)

Datum: 30.05.2006

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