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Mobb Deep - Blood Money

Mobb Deep Blood Money

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Rap-Beats sind - oder waren es zumindest Mitte der 90-er noch - weitgehend die Reproduktion alter Funk-, Soul- und Rocksamples. Das Gros der Platten klingt daher meist nach dem Sound der vorangegangenen Jahrzehnte, in Loops simplifiziert und mit Fokus auf die Bässe. Nur wenige Produzenten konnten sich aus diesem Brei abheben und einen ebenso eigenen wie wegweisenden Stil finden - zu diesen Genies gehört auch Mobb Deeps Havoc. Das Duo aus Queens in New York meldet sich nun, über zehn Jahre nach ihrem Debüt, als Teil der 50-Cent-Truppe G-Unit zurück: "Blood Money" ist weder Fisch noch Fleisch.

Irgendwo zwischen Chart-Musik und charakteristischem Mobb-Deep-Sound schwimmt der siebte Longplayer der Rap-Crew, die zum HipHop-Grundwissen gehören sollte. Zwar wurde das Instrumental ihres legendären Tracks "Shook Ones Pt.2" ("The Infamous", 1995) für den finalen Battle im Film "8 Mile" verwendet, aber vom profitablen Kuchen des neuen Milleniums haben Havoc und Prodigy bisher kaum etwas abbekommen. Daraus, dass sich das nun ändern soll, macht "Blood Money" kein Geheimnis - und wer eignet sich als Promotion-Plattform besser als das Aushängeschild des Post-2000-Raps, 50 Cent?

Nachdem Mobb Deeps früheres Label Jive das zuletzt umsatzschwache Duo freistellte, verwunderte es wenig, dass die Queens-Bridge-Kombo bei G-Unit unterschrieb. Das Image der Künstler, die dort unter Vertrag sind, weist starke Parallelen zu dem auf, das die beiden nach der Jahrtausendwende vergeblich versucht haben, zurück zu erlangen - Stichwort: Street-Credibility.

Bezeichnend für "Blood Money" ist, dass Havoc zum ersten Mal auf einem Mobb-Deep-Album andere Produzenten ans Mischpult lässt, darunter Sha Money XL und der renommierte Alchemist. Dementsprechend verwaschen sich die Charakteristika - bedrohliche Samples und dreckige Drumloops ("Stole Something", "Click Click") - mit Disco- und Radio-tauglichen Klangsuppen ("Give It to Me", "Pearly Gates", "It's Alright").

Doch der G-Unit-Einfluss reicht noch weiter: Auf der Mehrzahl der Hooks sowie in den Strophen klingt Havoc verdächtig nach Chef Fifty - leider. Kumpel Prodigy dagegen hört sich immer noch genau wie vor zehn Jahren an und rettet der Platte so den Charme ("Put Em In Their Place", "Speakin So Freely", "Backstage Pass", "Capital P, Capital H"). Seine Parts sind derart unantastbar cool, dass ihm keines der zahlreichen Features von Label-Kollegen auch nur annähernd das Wasser, Entschuldigung, den Champagner, reichen kann.

Gregor Jossé


Datum: 03.06.2006

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