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Clueso - Weit weg
Clueso Weit wegAnzeige Nach dem recht bejubelten Musikwelt-Entrée "Gute Musik", dem Auftritt in Raabs Bundesvision Song Contest 2005 und nach zahlreichen Opener-Konzerten für Fanta 4 fährt Clueso aus Erfurt in seinem zweiten Album "Weit weg". Und dafür hat der erst 26-jährige Musiker, Texter, Sänger, Entertainer, Bandleader und überhaupt Multibegabte alles an Sonnenstrahlen, Abendrotmelancholie, Sommerlaune, Rock, Punk, HipHop, NDW, Kitsch, Kunst und Karibik-Feeling eingefangen, was in sein Füllhorn passte. Nun schüttet er es über uns aus und kleidet uns in einen bunten Blütenregen aus sämtlichen Musikstilen der Geschichte. Keine Ahnung, ob Clueso weiß, wie stark er an "bessere Zeiten" in der Musik erinnert. Vermutlich macht er es einfach unbewusst, obwohl er schon immer gerne in den Stilschubladen wühlte. Frech und witzig klingt er trotzdem. Diese intime Verbrüderung mit dem Publikum, wenn er es in seine tiefste Seele blicken lässt, wenn er die Doobie-Brothers wieder auferstehen lässt ("Morgen Gestern"), dieser drängende Lindenbergsche Sarkasmus ("Da wohnt so'n Typ" mit Max Herre), diese Art, exakt wie Police zu klingen ("Bleib einfach hier"), dieser lockere US-Beat ("Chicago"), freche Punk ("Hirn ein") und dann wieder der "Rückfall" in den Sprechgesang ("Crash") - das macht Laune! Diese schrägen Brainpop-Einfälle ("Weit weg") und dieser Beatles-Drall in den Harmonien ("Schwer") - das bringt Spaß! Auch wenn es nicht unbedingt neu ist. Die Zusammenarbeit mit Ralf Mayer, der bereits Xavier Naidoo und die Fantas veredelte, tut der CD sehr gut. Clueso adelt das Wort "Deutschpop" und beschwört Zeiten herauf, genauer gesagt die 80-er, in denen man sich einfach ohne Rücksicht auf Verluste oder Verkäufe traute, Einflüsse, Ideen und Gefühle in Klänge zu fassen, mit musikalischen Zitaten und Liebeserklärungen um sich zu werfen und eine verbale Direktheit zu nutzen, die fernab von geschraubter Gymnasiasten-Lyrik stand. Nein, das ist alles nicht neu. Aber das ist gut! Kati Hofacker |
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