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Rivo Drei - Yeah! Jawohl! und überhaupt

Rivo Drei Yeah! Jawohl! und überhaupt

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Rivo Drei haben das, was Bands wie Silbermond und Juli eint: deutsche Texte und Wurzeln, eingängige Melodien, Authentizität und drei gut aussehende Männer. Nur eines fehlt den jungen Herren: Die Frontfrau - doch die haben Sänger Oliver Rivo, Bassist Arne Nietzsche und Schlagzeuge Felix M. Lehrmann gar nicht nötig. Denn die drei haben etwas anderes, das "gewisse Etwas", unbeschreiblich, fesselnd - wunderbar. Liebevoll und tief empfundene Texte, direkt aus dem Herzen von Bandnamensgeber Oliver, zarte Klaviertöne aus ebensolcher Hand, eine perfekte Mischung aus Tempo und harmonischen Instrumentenwechsel. "Yeah! Jawohl! Und überhaupt" nennen die Jungs aus der Hauptstadt ihr Erstlingswerk - und dem Hörer bleibt nach Genuss der Scheibe nichts anderes übrig, als dies laut auszurufen!

Man mag die Mischung nicht so recht kategorisieren können: deutsche Popmusik mit einem Hauch Extravaganz - ein musikalisches Überraschungsei, das die drei Mittzwanziger dem Zuhörer bieten. Liebe, Lust, Leidenschaft - Kritik, Kummer, Können, für jeden etwas dabei. Eine großartige Stimme und unglaublich flinke Schlagzeugklänge inbegriffen. Ob sie es krachen lassen ("Was ist los") oder leisere Töne wie bei ihrer ersten Singleauskopplung "Wie Flugzeuge" anschlagen, man merkt Rivo Drei an, dass sie Vollblutmusiker sind, die in ihrem Element voll und ganz aufgehen. Doch statt seichter Pop- und Schnulzenmusik gehen sie an die Substanz, sind ehrlich und beeindrucken mit unglaublich geschickten Metaphern ("Er sammelt Muscheln"), an denen man sich nicht satt hören kann. Den fliegenden Wechsel zwischen melancholischer Songs ("Wie gehören dazu") und Guter-Laune-Lieder ("Alle für alle") beherrschen Oliver, Arne und Felix spielend, ein Genuss für Seele und Ohr.

Eigentlich kaum vorstellbar, dass diese Band keine Castingband ist, denn selten erlebt man heute ein derart perfektes "echtes" Zusammenspiel von drei jungen Musikern - eine angenehm wohlig warme Stimme, einen spitzenmäßigen Bass und ein Schlagzeuger, der trommelt, dass man nur noch mit den Ohren schlackern kann. Mit überraschenden Tonlagenwechseln wie in "Was ist los" gelingt es Rivo Drei sich aus der Masse hervorzuheben und einen dicken Suchtfaktor hervorzurufen. Highlight der Platte: Mit der Ballade "Die du so" präsentieren die talentierten Musiker eine Liebeserklärung der etwas anderen Art - Wohlig warme Klänge als Ausdruck der Bewunderung, ohne Schleimerei, ehrliche (Männer-)Gedanken, versetzt mit einem enormen Gänsehautfaktor. Ihre Art, sich auszudrücken und zu präsentieren ist angenehm, nie aufdringlich oder penetrant, bei jedem erneuten Anhören entdeckt man etwas Neues - man muss sich nur darauf einlassen und sich trauen, "Yeah! Jawohl! Und überhaupt" aus voller Kehle herauszuschreien.

Riccarda Fuchs


Datum: 10.06.2006

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