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Public Enemy - The Revolution Tour 2003 (DVD)

Revolution für Auge und Ohr

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Natürlich sind Public Enemy mittlerweile steinalt. Doch wer von sich behauptet, HipHop-Head zu sein, aber Chuck D, Flavor Flav und Professor Griff nicht kennt, für den heißt es: Nachsitzen! Die Politrapper haben Ende der 80-er mit ihrem Sound, der nach Revolution schrie, im Genre eben diese eingeleitet. Müde sind die Herren auch heute noch nicht: 2003 gingen Public Enemy zum - sage und schreibe - 51. Mal auf Tour. Das Konzert in Melbourne wurde mitgeschnitten und samt einer Menge Bonus-Material auf zwei DVDs und eine Audio-CD gepackt.

2006 wie 1987 reißen "Rebel Without A Pause", "Don't Believe The Hype", "Bring The Noise" und wie sie alle heißen mit - das steht außer Frage. Leider tut weder die Abmischung den Bomben-Tracks genug, noch können die instrumentalisierten Beats nachdrücklich überzeugen. Zwar sind Bassist (Brian Hardgroove), Gitarrist (Khari Wynn) und Schlagzeuger (Mike Faulkner) allesamt Könner ihres Handwerks, doch peitschende Drums und knallige Samples lässt die Band vermissen. Die Vielseitigkeit der ursprünglichen Klangkulissen verwäscht sich auf den Live-Aufnahmen zu einem Soundbrei, der es einem schwer macht, die Stücke voneinander zu unterscheiden. Unter diesem Manko leiden die Konzert-DVD und die Audio-CD.

In erster Linie lebt die Gruppe - noch immer - von Chuck Ds Texten und seinem Charisma, wobei Letzteres den Reiz der "Make Love Fuck War"-Tour-DVD ausmacht. Seine Präsenz überschattet die der anderen MCs deutlich, auch die der beiden männlichen Background-Tänzer im Soldaten-Outfit. Chuck wirkt, als wäre die Bühne sein Zuhause und die Revolution vor der Tür.

Im Gegensatz zur Akkustik kann die Optik überzeugen und mit stetig wechselnden Kameraeinstellungen punkten. Ebenso sticht das umfangreiche Bonusmaterial heraus, das sowohl das Backstage-Geschehen dokumentiert als auch über die Bandgeschichte und die Diskografie aufklärt. Die zweite DVD beinhaltet neben einer Diashow ein teils langatmiges, aber auszugsweise interessantes Tourtagebuch sowie ein weniger offizielles, von Public Enemy selbst gedrehtes "Private Video".

Gregor Jossé


Public Enemy stehen seit 20 Jahren für Politrap und klare Aussagen. Eine ihrer zahlreichen Tourneen trug den plakativen Titel "Make Love Fuck War".
Public Enemy stehen seit 20 Jahren für Politrap und klare Aussagen. Eine ihrer zahlreichen Tourneen trug den plakativen Titel "Make Love Fuck War". (ABC Entertainment)

Datum: 10.06.2006

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