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Den Trend bekämpfenBand Hoobastank (tsch) Nein, als die Speerspitze der amerikanischen Rockbewegung galten Hoobastank nie. Trotzdem, die Band aus Los Angeles schaffte in den letzten Jahren Bemerkenswertes. Quasi im Windschatten von Incubus, Three Doors Down und Co. kämpfte sie sich nach vorne - bis sie mit "The Reason" an der Spitzer der Charts standen. jetzt erscheint das neue Album "Every Man For Himself" - Douglas Robb sagt, es sei die bisher beste Platte seiner Band. Anzeige teleschau: Seit "The Reason" sind zweieinhalb Jahre vergangen. Was habt Ihr die ganze Zeit gemacht? Douglas Robb: Wir waren die ganze Zeit unterwegs, gaben ein Konzert nach dem anderen. Das letzte Album war unglaublich erfolgreich, da mussten wir einfach "On The Road" bleiben. teleschau: Was magst Du am Touralltag? Robb: Gute Frage. Vor ein paar Jahren hätte ich gesagt: all die neuen Städte und all die fernen Länder. Die kenne ich jetzt alle. Aber es sind eigentlich die Shows, die Spaß machen. Dafür sind wir unterwegs, daran misst man uns am Ende des Tages. teleschau: Wann habt ihr mit den Aufnahmen zu "Every Man For Himself" begonnen? Robb: Mit dem eigentlichen Aufnahmeprozess begannen wir im Juli 2005, einige der Songs entstanden aber schon ein halbes Jahr früher. Eben weil wir ständig unterwegs waren, bleib uns nie Zeit, uns in Ruhe hinzusetzen, und stringent zu arbeiten. Normalerweise hätten wir für diesen ganzen Prozess ein, zwei Monate gebraucht. So dauerte es doppelt so lange: Montag bis Donnerstag waren wir im Studio, am Wochenende haben wir Festivals gespielt. teleschau: Klingt hart ... Robb: Ja, es war oft auch etwas frustrierend. Du hast einfach keine Konstanz im Studio, was die Dinge zusätzlich in die Länge zog. Außerdem ist es körperlich total hart, wenn Du so lange Zeit überhaupt keine Freizeit und nicht besonders viel Schlaf hast. Andererseits hatten wir die Chance, unfertige Songs ein bisschen liegen zu lassen. Und ein paar Tage später nahmen wir sie noch einmal vor und konnten sie mit einer gewissen Distanz betrachten. Das kann auch sein Gutes haben, man bereut weniger. Am Ende war unsere Kreativität großartig. teleschau: Gibt es eine Geschichte zu der Platte? Robb: Es ist kein Konzeptalbum, keine Rockoper (lacht). Aber ich denke schon, dass die Platte eine Botschaft hat. Sie soll die Leute dazu ermuntern, herauszufinden, wer sie sind. Sie soll den Leuten Selbstbewusstsein geben, ihnen sagen, dass es völlig in Ordnung ist, Standpunkte zu vertreten, die den anderen Leuten nicht so passen ... teleschau: Ein Song beginnt mit einem Drill-Sergeant ... Robb: Ja, am Anfang war das nur eine Schnapsidee, und wir hätten auch irgendeinen Schauspieler nehmen können. Aber unser Management besorgte uns schließlich einen echten Drillsergeant, und so jemanden kennen zu lernen, war schon eine Erfahrung. Der Typ trainiert viele Schauspieler, die in Kriegsfilmen mitspielen, und er verstand unsere Musik sofort. Und er wusste gleich, wo wir hinwollten. teleschau: Das hat bei Euch ja etwas länger gedauert. Es gibt Euch seit 1994 ... Robb: Stimmt, wir haben früh angefangen, eigentlich schon in der High School. Wir wollten unseren Idolen nacheifern, Bands wie Faith No More, Nirvana oder Pearl Jam. Das sind Helden. Aber wir standen damals auch auf Van Halen und Metallica. und bis zum ersten Album dauerte es ganze sechs Jahre. Das war schon seltsam, in Los Angeles kannte uns so nach vier, fünf Jahren jeder. Aber wir waren 'ne Lokalband, übten in Garagen und Kellern, hatten zum Teil jeder drei Jobs gleichzeitig. Aber wir sind froh, dass wir es auf die altmodische Art und Weise gemacht haben. Gerade heute scheinen viele Bands zu versuchen, diesen Weg abzukürzen. Die wollen sofort einen Plattenvertrag, sofort nach oben, und dann kann man halt auch schneller fallen ... teleschau: Geht das Berühmtwerden mit dem Internet denn schneller als zu Euren Zeiten? Robb: Ich glaube schon, dass es leichter ist, sich Aufmerksamkeit zu erschaffen. Du siehst halbwegs gut aus, machst ordentliche Musik und eine Myspace-Seite, dann ist das mit dem Erfolg scheinbar ein Selbstläufer. Aber eben nur scheinbar, weil es so viele Bands gibt wie nie zuvor. Der Markt ist übersättigt. Und das führt dazu, dass die leute die Aufmerksamkeit schnell verlieren und sich einer neuen Band zuwenden. Jeder sucht den Trend - das nervt total. teleschau: Screamo ist gerade das heiße Ding, oder? Robb: Oh, ihr bekommt unsere Trends ein halbes Jahr später (lacht). Das war der "Flavour Of The Month": Schwarz gekleidete Gestalten, schwarz gefärbtes Haar, Gebrüll. Aber hey, jetzt sind die Eighties plötzlich in, Wave-Rock mit Synthies oder so. Du wirst es sehen, in einem halben Jahr landen Bands wie "Panic At The Disco" oder "She Wants Revenge" auch bei Euch ganz oben. teleschau: Eigentlich lustig, dass einer Band wie Euch, die ihrem Stil treu bleibt, dann oft ein Mangel an Authentizität vorgeworfen wird. Robb: Um ehrlich zu sein, verstehe ich Musikjournalisten nicht. Manche loben einen über den grünen Klee, andere machen einen total fertig - so als ob sie einen persönlich kennen würden. Das kann schon wehtun. Aber wir machen eben keine Musik für Trendscouts. Ich gucke kein MTV und höre kein Radio. Ich lese keine Lifestyle-Magazine, und komme ja irgendwie auch so gut klar. Jochen Overbeck |
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