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Mike Leon Grosch - Absolute

Mike Leon Grosch Absolute

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Erst durfte Tobias Regner ran: Single, Platte, Pressetermine, Platz eins in den Charts. Schließlich ist er die Number One nach "DSDS". Aber, Sony BMG ist ja nicht blöd, jetzt steht mit Mike Leon Grosch auch der Zweitplatzierte in den Startlöchern - mit eigenem Album, das, sofern man den Titel "Absolute" für bare Münze nimmt - bedingungslos und eben absolut sein soll. Eines ist klar: Absolut abwechslungsreich kann man es schon nennen. Zumindest im Vergleich zu Tobias' Debüt "Straight", das dem Hörer quasi durchweg Rockbeats um die Ohren knallt. Mike hat Songs aus verschiedenen Genres auf die CD gepackt - mal Balladeskes, mal Souliges, mal Poppig-Rockiges.

Die erste Single "Don't Let It Get You Down", mit der er im Finale gegen Tobias "I Still Burn" anzusingen versuchte, verriet schon, was er aber am besten kann: Balladen, die tief in den Saft der Emotionen getränkt sind. Mike Leon Grosch, mit seinen 29 Jahren der Älteste unter den Top-Ten-DSDSlern, versteht es mit Leichtigkeit, geschmeidige Love-Songs für ein romantisches Gekuschel unter der Bettdecke abzuliefern. Der Gänsehaut-Opener "This Ride" gehört dazu, und auch "Wonderful" und "Not To Love You" sind so gefühlvolle Tracks.

Aber, wer hätte es gedacht, Mike kann auch anders. Er muss nicht immer den Seal-Verschnitt geben, sondern kann seiner Stimme auch mal das Rauchig-Raue nehmen und komplett neu klingen. Als wäre er plötzlich ein ganz anderer, ertönt da das rockigere "Already Been Too Long" und "24 Hours".

Allen Unkenenrufen zum Trotz: Es stimmt ja, dass er kein richtiger Vollblutmusiker ist, aber Mike Leon Grosch kann trotzdem wunderschön singen. Auch wenn er erst seit kurzem Gesangsunterricht nimmt. Ein wenig Neid kommt da sicher auf, aber um an dieser Stelle zur Beruhigung beizutragen und doch ein wenig der Kritik loszuwerden: Die Songs auf "Absolute" stammen gänzlich aus fremden Federn. Also: So perfekt ist der schon leicht ergraute 29-Jährige dann doch nicht. Allerdings ist ihm das durchaus bewusst: "Ich möchte die Musik nicht neu erfinden, sondern einfach nur zeigen, dass auch ein Casting-Act durchaus kredibel sein kann. Ich möchte Popsongs abliefern, die die Menschen berühren." Das gelingt ihm problemlos. Allerdings sind die übermächtigen Herz-Schmerz-Schnulzen eher für hoffnungslose Gefühlsduseler. Rockverliebte Tobias-Regner-Fans sollten sich entweder davon anstecken lassen oder Abstand halten.

Am Ende der Platte mit ihren insgesamt 15 Titeln tummeln sich auch drei Cover-Songs, die Mike unbedingt dabei haben wollte: "Love's Divine" (Seal), "Wonderful Tonight" (Eric Clapton) und vor allem sein Duett mit Vanessa, "We've Got Tonight" (Bob Seger). "Ich wurde von so vielen Seiten angesprochen, dass doch unbedingt genau dieses Lied auf 'Absolute' erscheinen muss." Recht hat er: Der gehört auf alle Fälle dazu.

Julia Schöppner


Datum: 10.06.2006

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