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Kirsty Hawkshaw - Meta-Message

Kirsty Hawkshaw Meta-Massage

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Viele haben gespannt darauf gewartet, andere fragen mit unverständigem Blick: "Kirsty, wer?" Die Rede ist von Kirsty Hawkshaw, die ihr zweites Soloalbum "Meta-Message" herausbringt. Sie ist zwar schon lange als Musikerin unterwegs ist, aber stets im Schlepptau von anderen. Sie, die in den 90-ern als glatzköpfiges, zerbrechliches und esoterisches Mitglied des Clubprojekts Opus III "Fine Day" sang (auch im Remix auf der LP), und danach eine der beliebtesten Stars der britischen intellektuellen Clubszene wurde, war stets lediglich Stimme: die von Orbital, Steve Hillage, Youth, Spooky & Rachid Taha. B.T., Hybrid, Ian Pooley, Judie Tzuke, Way Out West. Auch DJ Tiesto, Warm und Joshua bedienten sich immer gerne ihrer mädchenhaft-zarten, inzwischen eher vollen, tiefen und immer noch klaren Vocals.

Sie hat diese Art der Zusammenarbeit gesucht, wollte nicht das medienwirksame Aushängeschild für eine Band sein und wartete, bis sie sich für ihr erstes Solo-Album "O-U-T" reif fühlte. Der Zeitpunkt war zu früh, weil sie danach in tiefe Depressionen stürzte und in die Berge von Wales und auf die Klippen Cornwalls flüchtete. Dort nutzte sie die von Elfen und Kobolden belebte, von keltischen Fabelwesen und mystischen Nebeln heimgesuchte Natur als Inspirationsquelle für Album Nummer zwei und als Neuanfang mit Ehemann und zwei kleinen Kindern.

Eines wusste sie: So wie auf Album Nummer eins wollte sie nicht mehr im Vordergrund stehen und suchte sich Personal von Judie Tzuke über Mike Truman zu Jimmy Gomez. "Ich habe eine Küche zu putzen und zwei hungrige Mäuler zu stopfen, sollen doch die anderen die Popstars mimen", meint sie pragmatisch und sympathisch über ihr weiterhin geplantes Fehlen im öffentlichen Raum.

Loops und Drumcomputer reichten ihr aber nicht mehr. So gibt sie hier mit "Reach For Me" ein fast schon Teenie-Serien-kompatibles Nümmerchen Marke Charthit ab, wechselt aber weiterhin gerne auch zu Nebelklängen wie etwa auf "Nature's Kingdom", "All I Want" oder auf dem Sara McLaughlan-artigen "Battleship Grey", ein Genre, das ihr bedeutend besser steht.

Einiges scheint bekannt auf dem Album, das Ganze enthält nämlich einige Reminiszenzen, die sich auf ihre Vergangenheit beziehen. Viele ihrer früheren Zusammenarbeiten mit Hybrid, Delerium, DJ Tiesto oder Slovo finden sich auf der LP, aber Kirsty wollte dem Fan wohl mehr bieten als nur eine Best of, wickelte die alten Songs in neues Papier und packte noch genug neue Lieder dazu. Wenn man den Sampler "Collaborations" von Sinead O'Connor kennt, kann man sich so ungefähr vorstellen, wie Kirsty hier klingt: verschiedenartig und doch geeint durch ihr gefühlvolles, sehr spirituelles Ich, durch ihren künstlerischen Eigensinn (der sie manchmal zwei Tage lang über einem Loop meditieren lässt), ihre egozentrischen Nabelschauen und durch ihre wohlklingende Stimme.

Kati Hofacker


Datum: 10.06.2006

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