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The Eagles

So schön wie Platten

Band The Eagles

(tsch) Jedes Lagerfeuer, an dem sich ein halbwegs versierter Gitarrist wärmt, bekommt es zu hören: das "Hotel California" von den Eagles. Die gezupfte Ballade vom düsteren Haus im sonnigen Staat an der Westküste ist sicherlich eins der bekanntesten Lieder der Popgeschichte. Trotzdem sind die Eagles das genaue Gegenteil eines One-Hit-Wonders. In den Siebzigern hievte die Supergroup um die beiden Chefsongschreiber Don Henley und Glenn Frey gleich vier Alben auf die Pole-Position der US-Charts. Diese Platten sowie die beiden anderen Studioalben ("Eagles", "Desperado", On The Border", "One Of These Nights", "Hotel California", "The Long Run") und die vor einigen Jahren veröffentlichte "Greatest Hits"-Kopplung erscheinen nun als so genannte "Vinyl Replicas".

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Bedeutet: Zumindest, was den optischen Eindruck angeht, sehen die Scheiben aus wie Schallplatten. Schwarz, mit eben nur gedruckten Rillen, im schicken Gatefold-Cover mit den echten Linernotes von damals. Die durchaus ausgefuchsten Details auf den Coverbildern, die die eigentlich grundsoliden Eagles damals wie jede halbwegs solide Rockband in Satanismus-Verdacht brachten, sieht man natürlich nicht mehr so gut. Aber dafür ist die Tonqualität zeitgemäß - Hifi-Fans wird's freuen, gleichzeitig bieten die CDs denen, die sich mit den Eagles noch nie intensiv beschäftigt haben, eine gute Gelegenheit, tiefer in die Materie einzudringen.

Zwei Platten sind es, mit denen sie anfangen sollten: Einmal ist da das selbstbetitelte Debüt, das 1972 erschien und bei dem vor allem der erste Song die Stärken der Band aufzeigt: "Take It Easy" wurde damals von Jackson Browne geschrieben, sein Freund Glenn Frey "lieh" sich den Song sozusagen aus und übersetzte ihn in eine beschwingtere, Country-affinere Spielweise, die ein adäquates Schlaglicht auf den typischen Eagles-Sound aufzeigt. Weitere Höhepunkte der Platte sind das ruhige "Most Of Us Are Sad" und "Train Leaves Here This Morning".

Rezensenten bewerten das Album dennoch oft nur als gediegen - Schlüsselalbum ist für die meisten "Hotel California", das aus weit mehr als dem etwas abgenudelten Titeltrack besteht: Mit Joe Walsh an der Gitarre schlug die Band einen Richtungswechsel gen Rock ein, der exemplarisch für das Genre sein sollte und den Eagles das gab, was trotz des Erfolges vorher fehlte: einen Sound, der sich am Stadion orientierte, der im besten Sinne massenaffin war. Gleichzeitig schrieben sie während des acht Monate andauernden Aufnahmeprozesses einige ihrer besten Songs - etwa "New Kid In Town" oder "Life In The Fast Lane", das mit seinem bluesrockigen Gitarrenriff noch heute Standards setzt. "Hotel California" gehört zudem zu den bestverkauftesten Alben aller Zeiten - gut möglich, dass mit den "Vinyl Replicas" da noch einige Exemplare dazukommen werden.

Zuletzt veröffentlichten die Eagles 1994 mit "Hell Freezes Over" ein Studioalbum, danach herrschte zehn Jahre Funkstille. Doch langsam scheint wieder Bewegung in die Rock-Veteranen zu kommen. Erst vergangenes Jahr gab's die große Comeback-Tour, und die Hoffnung der Fans auf neues Material könnte rasch erfüllt werden: "Wir sind nicht faul, wir waren öfter im Studio und haben immer wieder versucht, neue Eagles-Stücke aufzunehmen. Aber irgendwie sind wir da in letzter Zeit nicht weiter gekommen. Im Moment bewegt sich nicht so viel, und das ist mir selbst ein Rätsel. Vielleicht sind wir zu sehr abgelenkt von den anderen Dingen in unserem Leben. Aber ich hoffe, dass wir mal wieder etwas Neues machen. Ich glaube auch, dass wir das alle wollen", sagte erst kürzlich Bassist Timothy B. Schmit.

Jochen Overbeck


Die Eagles veröffentlichen die "Vinyl Replicas".
Die Eagles veröffentlichen die "Vinyl Replicas". (Warner)

Mehr als nur "Hotel California" und Lagefeuer-Rock: die Eagles.
Mehr als nur "Hotel California" und Lagefeuer-Rock: die Eagles. (Warner)

Auch mit in den "Vinyl Replicas": das Schlüsselalbum der Eagles, "Hotel California".
Auch mit in den "Vinyl Replicas": das Schlüsselalbum der Eagles, "Hotel California". (Warner)

Datum: 10.06.2006

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Diskussion: "The Eagles"

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