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36 Crazyfists - Rest Inside The Flames

36 Crazyfists Rest Inside The Flames

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Es mag ja nicht der erste Versuch sein, aber gut möglich, dass 36 Crazyfists das nächste heiße Ding aus dem Hause Roadrunner sind. Sie geben ordentlich Gas: In den Park und an den Ring wurden sie zum Rocken geschickt, gefolgt von zwei Konzerten mit den Szenegrößen Atreyu. Dazu die verflixte dritte Platte, etwas differenzierter als der Vorgänger, aber nicht wirklich anders. Grünes Licht, nur bitte nicht zu spät erkennen, dass es ein Herz ist, welches auf dem Cover von "Rest Inside The Flames" die Straße blockiert.

Das Herz, welches bereits auf "A Snow Capped Romance" zu sehen war. Es brennt lichterloh. Präziser: Am Anfang steht die Explosion, hier hat jemand gezündelt. Das Eröffnungsstück "I´ll Go Until My Heart Stops" ist ein dicker Batzen voller Staccato-Riffs und Gesang gewordener Tobsuchtsanfälle, der vom ersten Ton an in die Offensive geht. Aha, die Brecheisenmethode, ein Song lang wenigstens, damit keiner auf die Idee kommt, es würde sich hier jemand anbiedern. Denn bereits mit "Felt Through A Phone Line" wird die diplomatische Fahne hochgehalten. Das Tolle dabei: Über das Stadium der Schwarz-Weiß-Malerei sind die ursprünglich aus Alaska stammenden 36 Crazyfists hinausgewachsen. Es dominiert ein Miteinander, kein Gegeneinander aus schüchternen und reißerischen Gitarren, verquirltem Stimmvibrato und kraftvollen Schreien, die nicht destruktiv, sondern argumentativ vorgehen. So kann moderner Metal stattfinden. Auch "Elysium", der heimliche Titeltrack des Albums, verzückt mit einer Gegensätzlichkeit, die im Idealfall keine mehr ist. Killswitch-Engage-Brüllwürfel Howard Jones steht als Gast am Mikro, einen passenderen Partner hätte man sich nicht aussuchen können. Das darf auch gerne als musikalische Referenz interpretiert werden.

Kein Lied zu lang, kein Schritt zu weit, "Rest Inside The Flames" ist sicherlich kein Deus ex Machina. Aber das mit dem nächsten heißen Ding, das behaupten wir nach mehreren Durchgängen schließlich aus vollem Herzen. In der Hoffnung, dass die Flammen dieses nicht verschlingen. Sondern mit weiteren Liedern vom Schlage "Aurora" erwärmen. Zunächst unauffällig, bei genauerem Betrachten herrlich unabhängig, ohrwurmelig sowieso. Schlicht harte Rockmusik, wie sie demnächst auf den Einkaufszetteln der Trendsucher stehen wird. Dafür legen wir zwar nicht gleich unser Herz, sicher jedoch unsere Hand ins Feuer.

Alexander Diehl


Datum: 10.06.2006

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