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Busta Rhymes - The Big Bang

Busta Rhymes The Big Bang

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Busta Rhymes hat sich Zeit gelassen. Sein letztes Studioalbum "It Ain't Save No More" liegt satte dreieinhalb Jahre zurück, und in der Zwischenzeit machte er sich rar. "The Big Bang" - der Titel deutet's an -kleckert nicht, er klotzt. Das Feauren befreundeter oder bekannter Acts an sich kennt man ja aus dem HipHop, aber was Busta Rhymes da an Gästen in sein Studio lud, ist nicht nur quantitativ beeindruckend. Die Materialschlacht überzeugt auch, was das Ergebnis angeht. Gut möglich, dass das an der neuen Zusammenarbeit mit Altmeister Dr. Dre liegt.

Der HipHop-Routinier Dre arbeitet - nennen wir es solide. Es ist nicht so, dass er Busta Rhymes irgendwie charakterisiert, ihn besonders East- oder Westcoast klingen lässt. Er legt ein sattes, ausgefuchst bouncendes Fundament, das fein, aber nicht zu glatt ausbalanciert wurde und seine guten Ideen sehr dezent platziert. Dass sie da sind, merkt man freilich oft genug - etwa beim absolut sicher gesetzten Sample in "You Can't Hold The Torch", das - nicht zuletzt wegen einem Feature von Conscious-Legende Q-Tip - zu den besten Tracks der Platte gehört oder in der famosen ersten Single "Touch It" mit ihrem Daft-Punk-Sample. Er war der Architekt, der Einzelbausteine zusammenfügte, der Executive Producer, der sicher auch bei den Ideen von Gast-Produktionen wie Timbaland neben Busta selbst das letzte Wort hatte.

Auch die weiteren Gäste fügen sich nahtlos in den Busta-Kosmos ein. Dass mit Ol Dirty Bastard und Rick James gleich zwei Künstler "eingeladen" wurden, die nicht mehr leben, mag Geschmackssache sein, ihre Features gefallen dennoch. Die Höhepunkte setzen freilich andere: Etwa Missy Elliot, die im grandiosen Elektro-Smasher "How We Do It Over Here" mit ihrem unverwechselbaren Stil eine geradezu absurd erotisierende Schwüle erzeugt, oder Nas in "Don't Get Carried Away": Zu einem Streicher-Skit rappt er mit seiner charakterisitischen, eindringlichen Stimme gegen den wesentlich unruhiger agierenden Busta - ein hübscher Wortkampf, aus dem beide als Sieger hervorgehen. Und dann ist da auch noch Stevie Wonder, der große alte Mann des R'n'B: "Been Through The Storm" beginnt mit einem referenzlastigen Soul-Sample aus "Everlasting Love" und zeigt bei Stevie Wonder die Stärke, die in der Politur seines letzten Soloalbums bisweilen etwas unterging. Vor allem unterstreicht der Track aber, dass HipHop und Soul zusammengehören - auch wenn man die Generationen mischt. Einer der besten Gentre-Songs des Jahres.

Jochen Overbeck


Datum: 12.06.2006

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