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Fantastic Four

Fantastisch ist was anderes

Über den Film "Fantastic Four" lässt sich herrlich streiten, beim Game kommt man recht schnell auf einen Nenner: solide Action-Adventure-Kost. Fantastisch ist jedenfalls was anderes ...

(tsch) Manch gnädiger Kritiker attestierte dem Film noch so etwas wie nostalgischen Charme und einen Funken Humor. Andere gingen mit "Fantastic Four" deutlich härter ins Gericht. Ein hirnloses Action-Spektakel sei die von Bernd Eichinger mitproduzierte Marvel-Sause. Andere verurteilten Tim Storys Adaption von Stan Lees Kultcomic gar als "hindigitalisierte, rummsdumme und genauso kindische Revue der Belanglosigkeiten". Dem US-Kinopublikum war's schlicht egal: Weit über 100 Millionen Dollar spielten die fantastischen Vier und ihr Nemesis Dr. Doom in den ersten zehn Tagen ein, ein zweiter Teil ist bereits in Planung. Für den geneigten Zocker eine Schreckensmeldung, die erst einmal verdaut werden muss - schließlich liegt ihm noch das Spiel zum ersten Film schwer im Magen.

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Gewiss: Das Game, das Activision zeitgleich zum Kinostart für PC, Konsolen und Handhelds veröffentlichte, ist kein schlechtes. Allerdings ist's auch kein - nun ja - fantastisches, wie der Name vielleicht vermuten lässt. Willkommen also im müden Mittelmaß der Merchandising-Machwerke.

Das wichtigste, weil herausragendste Feature an diesem Action-Adventure vorweg: Es darf so gut wie alles zerdeppert werden. Nicht, dass es sonderlich viel Spaß machen würde, auf Schreibtische, Autos und Straßenlaternen einzudreschen. Nur: Die recht tumb agierenden Gegnerhorden, ja selbst die zahlreichen Boss-Gegner, die nicht zwangsläufig dem Film entsprungen sein müssen, sind ein Leichtes für das eingespielte Superhelden-Quartett.

Apropos: Während man anfangs meist noch solo in der steinigen Haut des Dings oder als menschliche Fakel unterwegs ist, muss später zwischen Teammitgliedern hin- und hergewechselt werden, um kleinere Rätsel zu lösen. So kann beispielsweise nur Langfinger Mr. Fantastic Computer-Systeme knacken und sich durch engste Ritzen zwängen, während Sue Storm ungesehen an Überwachungskameras vorbeischleicht und ihre Freunde mit Kraftfeldern umgibt.

Das alles mag für Abwechslung im tristen Prügelalltag der Superheldentruppe sorgen, kann aber nicht über über die deutlichen Schwächen des Games hinwegtäuschen. So orientieren sich die Entwickler - scheinbar aus purer Verzweiflung - nur lose an der behäbigen Geschichte des Kinofilms. Der Kampf gegen die Schergen des Kanalisation-Anarchos Moleman oder die Jagd auf den Schurken Diablo findet auf der Leinwand ebenso wenig statt wie die Duelle mit Dragon Man, Blastaar, Annihilus und den Puppet-Master (soll der Bösewicht in der Kinofortsetzung werden). Sicherlich auch ein Grund, warum Activision auf eingestreute Filmsequenzen verzichtete und stattdessen auf Cutscenes in der 3-D-Spielegrafik setzt.

Letztere ist bis auf die einzelnen Charaktere reichlich unspektakulär ausgefallen: karge Texturen, klobige Gegner, leichte Ruckler. Allenfalls die Effekte, die beim Einsatz von allerlei (ausbaufähigen) Superkräften auf den Bildschirm gezaubert werden, wissen zu gefallen. Die Steuerung von Mr. Fantastic und Co. geht leicht von der Hand, die störrische Kameraperspektive hingegen muss ständig zurechtgewiesen werden, um die Handlanger von Oberbösewicht Dr. Doom im Blickfeld zu behalten.

Wer in den Level fleißig nach "Fanta 4"-Symbolen Ausschau hält, darf sich nach knapp zehn bis 15 Stunden mäßig spannender Unterhaltung (wahlweise auch im Koop-Modus) immerhin über ausführliches Bonus-Material freuen, das sich zu Hauf auf der Scheibe versteckt: Interviews mit den Darstellern, Bilder-Galerien, Trailer. Durch und durch super wird das Spiel deshalb aber auch nicht. Schade um die schöne Lizenz. Wie es besser geht, zeigte Activision mit "Star Wars: Episode III". Das war zwar kurz, aber auch kurzweilig ...

Gerd Hilber




Datum: 06.08.2005

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Diskussion: "Fantastic Four"

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