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Sonnenallee

Sonnenallee

(tsch) Sie tanzen, sie feiern, sie erleben ihr erstes Mal und hängen ab. Ganz normale Teenies, fast wie im Westen. Doch Micha, Mario, Wuschel und Brötchen wachsen in der Deutschen Demokratischen Republik auf. Unter dem wachsamen Auge des Genossen Staat wird sogar das Kaufen und Hören einer Rolling-Stones-Platte zum Abenteuer. Ebenso rührend wie sympathisch erzählt Leander Haußmann ein Stück DDR-Geschichte.

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"Sonnenallee" (1998) ist einer jener Filme, die auch beim zweiten oder dritten Hinsehen noch Spaß machen. Wer die Augen schließt, die Luftgitarre fest umgreift, die Rolling Stones durch die Boxen jagt und leise zu singen beginnt, kann für einen Moment den Zustand der Vollkommenheit erreichen.

Solche Träume erwachen überall. Michael jedenfalls ist es dann egal, ob er nun im Osten oder im Westen des geteilten Deutschlands lebt. "Ich war jung, und ich war verliebt." Leander Haußmanns Debüt als Kinoregisseur ist in erster Linie ein Film über das Lebensgefühl einiger Menschen in den 70er-Jahren. Sie alle leben zufällig in jener "Sonnenallee".

Das längere Ende der Straße liegt im Westen, das kürzere im Osten. Dazwischen versperrt der antifaschistische Schutzwall die Sicht. Haußmann und Autor Thomas Brussig blicken auf Ereignisse in der DDR, ein Kaleidoskop der unterschiedlichsten Charaktere, die alle irgendwie miteinander verbunden sind.

Da ist der 17-jährige Micha (Alexander Scheer), der seinem Traum von Liebe nachhechelt. Miriam (Teresa Weißbach) soll es sein, die Wunderschöne, die Unerreichbare. Weil sie Jungs mag, die Tagebuch führen, schreibt er Wahrheiten und Lügen über sein Leben nieder und begreift es dabei neu. Da ist sein Vater (Henry Hübchen), einer, der dem System kritisch gegenübersteht, sich aber damit abgefunden hat. Und seine Mutter (Katharina Thalbach), die den Tee bringt, rührend um ihre Familie besorgt ist und heimlich von Flucht träumt.

Micha lebt inmitten einer Clique von Jugendlichen, die in der DDR groß geworden sind. Es wird mit Schallplatten gedealt, Drogencocktails werden gemixt und Mädchen angegraben, Jungs bekommen Körbe. Eigentlich sei es, erklärt Haußmann, "eine Hippie-Republik gewesen, die immer in den 70er-, nie in den 80er-Jahren war".

Jasmin Herzog


Überraschend kommt Micha (Alexander Scheer) Miriam (Teresa Weißbach) sehr nahe.
Überraschend kommt Micha (Alexander Scheer) Miriam (Teresa Weißbach) sehr nahe. (SAT.1)

Vater Ehrenreich (Henry Hübchen) ahnt nicht, dass seine Frau (Katharina Thalbach) einen grünen Pass gefunden hat und nun um 20 Jahre altern muss, um ihn auch nutzen zu können.
Vater Ehrenreich (Henry Hübchen) ahnt nicht, dass seine Frau (Katharina Thalbach) einen grünen Pass gefunden hat und nun um 20 Jahre altern muss, um ihn auch nutzen zu können. (SAT.1)

Sabrina (Elena Meißner), Mario (Alexander Beyer), Micha (Alexander Scheer), Miriam (Teresa Weißbach), Brötchen (David Müller), Appel (Patrick Güldenberg), Wuschel (Robert Stadlober) und Kosscke (Martin Moeller) wohnen am kürzeren Ende der Sonnenallee.
Sabrina (Elena Meißner), Mario (Alexander Beyer), Micha (Alexander Scheer), Miriam (Teresa Weißbach), Brötchen (David Müller), Appel (Patrick Güldenberg), Wuschel (Robert Stadlober) und Kosscke (Martin Moeller) wohnen am kürzeren Ende der Sonnenallee. (SAT.1)

Datum: 17.06.2006

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Artikel ID 170069

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