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Coldseed - Completion Makes The Tragedy

Coldseed Completion Makes The Tragedy

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Der ehemalige Blind-Guardian- und jetzige Savage-Circus-Schlagzeuger Thomen Stauch macht gemeinsame Sache mit dem Soilwork-Sänger Björn Strid. Aha. Die Information wird nüchtern aufgenommen, das geistige Ohr verarbeitet sie weiter: Zu einem mehr oder minder gruseligen Mischmasch. Gut, dass es so einfach nicht geht. Coldseed sind alles, nur keine Kreuzung aus Blind Guardian und Soilwork. Und "Completion Makes The Tragedy" ist nicht nur auf dem Papier ein Erstlingswerk. Es klingt auch wie eines.

Ein Debüt, hinter dem Nichtdebütanten stehen. Die neugierige Duftnote überrascht. Zusammen mit dem Sieges-Even-Bassisten Oli Holzwarth, Keyboarder Mi Schüren (Blind Guardian) sowie Gonzalo Alfageme López an der Gitarre gehen die beiden Hauptakteure jedes Risiko ein und legen ihre Scheuklappen ab. Auf dass als Belohnung etwas dabei herauskommen möge, was frisch, unverbraucht, tja modern auch, sein wird.

Teilweise liefert "Completion Makes The Tragedy" so etwas wie einen europäischen Gegenentwurf zu all den Amibands, auf welche hierzulande immer steiler gegangen wird. Brutales Nu-Metal-Riffing und Schreihälse treffen auf melodisch ausgerichtete Refrains und Sensibelchen; "Democracy Lesson" mit seinem Paradise-Lost-Klaviermotiv ist der sicherste Anspieltipp. Dass darüber hinaus quer durch den Hartgemüsegarten geschossen wird, ist verständlich. Muss ein tolles Gefühl für solche Musiker sein, wenn für einmal keine Erwartungen zu erfüllen sind.

"Five More To Fix" geht auf Tuchfühlung mit der Metallica-Fraktion. Die Industrial-gefärbten Experimente lassen dem Spieltrieb viel Freiheit ("Nothing But A Loser") und die schon nette, wenn auch vor Chartschmuserei triefende Ballade "Reflection" kann als süße Anbiederung ebenso durchgehen wie als Beweis-Nummer der Marke "so was wurde mir bisher immer verboten zu schreiben, dabei kann ich es doch so gut".

Zu einem Debüt gehören normalerweise diese gefühlte Schwierigkeit bei der Orientierung sowie der ein oder andere Aussetzer. Alles vorhanden - "Completion Makes The Tragedy" enthält das ausdruckslose, semi-böse "Hatched", taumelt manchmal, um sich kurz darauf wieder zu fangen. Die wichtigste Bedingung, damit ein Unterfangen wie Coldseed nicht von Beginn an zum Scheitern verurteilt ist, allerdings wird erfüllt: Es lebt und tobt in der Andersartigkeit, anstatt sich wie unzählige andere Nebenprojekte in Sicherheit zu wiegen und dabei friedlich einzuschlafen.

Alexander Diehl


Datum: 10.07.2006

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