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John Powell - X-Men III: The Last Stand

John Powell X-Men III - The Last Stand

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Nachdem John Ottmans Soundtrack zu "X-Men II" bejubelt wurde, waren die Freunde der gehobenen Filmmusik gespannt, ob Teil drei von John Powell da mithalten kann. Der Rummel um den Kinostart ist verraucht, nun ist es an der Zeit, sich in aller Ruhe mit dem Soundtrack von "X-Men III - The Last Stand" zu befassen. Ist er Ihnen noch im Ohr? Vermutlich schon, denn das heroische Maintheme basiert auf ähnlichen Ideen wie das Ottman-Hauptmotiv. Das war es aber auch schon, denn ansonsten ist die bombastische Effektorgie von John Powell aus komplett anderem Holz.

Der früher einmal geradezu geniale, blutjunge Powell, der für die Vertonungen von "Shrek" oder "Ice Age 2" zuständig war, greift allzu sehr in die Trickkiste, ohne neue Töne zu finden und zu wagen. Während die erste Stunde noch relativ stetig als Scoremusik verstreicht, hin und wieder schöne Melodien, Engelschöre und spannungsgeladene Dutzendkost liefert, steigert sich Powell gegen Ende hin derart ins Unermessliche, dass keine weitere Intensivierung möglich scheint. Fast meint man, in einer der schlechteren "Superman"-Vertonungen gelandet zu sein. Donnernde Streicher, sämtliche Bläser der himmlischen Heerscharen und durchgehendes Schlagwerk von der Größe mehrerer LKW-Reifen wummern und rumoren geradezu apokalyptisch. Chöre, größer als die von Gotthilf Fischer und das komplette Orchester, das geradezu im Cluster-Klang alles in Wellenbewegungen versetzt, was auch nur irgendwo einen Klangkörper hat, stürmen orkanartig auf unsere wehrlosen Gehörkanäle.

Vielleicht hätte man besser einen weniger ungestümen, etwas besinnlicheren Charakter an die Millionen von Orchestermusikern herangelassen, als den stürmischen Jungspund Powell. Dem Hörer jedenfalls tropft nach dem zweifelhaften Genuss der letzten halben Stunde der Angst- und Stressschweiß von der Stirn. Glücklicherweise versöhnt ihn Powell am Ende via "The Last Stand" mit dem vorher so martialischen Geschehen, dort reiht er die Hauptmotive noch einmal auf, um sie in einem silbrig-süßen Hoffnungsschimmer ausklingen zu lassen. Hoffnung auf was? Keinen weiteren Powell-Soundtrack? Doch, Powell ist ein guter Komponist. Alleine das hispanisch- orientierte Donnerthema "Dark Phoenix Tragedy" und das folgende himmlische Kyrie des "Farewell To X" sprechen Bände über die großartige Zukunft von Powell. Aber in "X-Men III" hat er die Wahl der Mittel einfach übertrieben.

Kati Hofacker


Datum: 10.07.2006

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