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Nathalie

Nathalie

(tsch) Es gibt Frauen auf der Leinwand, von denen es nie genug Filme geben kann. Fanny Ardant und Emmanuelle Béart gehören dazu. Nachdem sie Teil von Francois Ozons hochkarätigem "8 Frauen"-Ensemble (2002) waren, trafen sich die beiden Diven des französischen Kinos in Anne Fontaines "Nathalie" (2003) zu einem intimen Duell der Leidenschaft. Den Film, der im Programmkinosommer 2004 für erotische Abendstunden sorgte, ist als Free-TV-Premiere Teil der "Sommernachtsphantasien" des ZDF.

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Wenn es Handys nicht gäbe, hätte Catherine (Fanny Ardant) wohl nie solche Angst, ihren Ehemann Bernard (Gérard Depardieu) zu verlieren. So aber hört sie seine Mailbox ab, erfährt von seiner Affäre und beschließt, ihn und ihre Liebe auf eine ultimative, masochistische Probe zu stellen.

Sie heuert die attraktive Prostituierte Marlene (Emmanuelle Béart) an, die ihren Mann unter dem Künstlernamen Nathalie in ein erotisches Abenteuer verstricken soll. Und Catherine will alles wissen, Marlene / Nathalie soll ihr jedes Detail erzählen. Die Frauen treffen sich regelmäßig: Catherine, um in einer drastischen Leidenstour die Liebe erneut zu entdecken; Marlene, um in ihrem haltlosen Universum irgendwo eine Stütze zu finden. Bernard wird zum hilflosen Objekt der beiden Frauen, die fasziniert und angewidert zugleich von ihrem eigenen Spiel sind.

Der Film liebt die Frauen, die Kamera ergötzt sich an ihrer Schönheit, die so verschieden ist. In der Reduktion auf das Wesentliche, der Beobachtung des Leidens von Fanny Ardant und der Verlorenheit von Emmanuelle Béart (die derzeit in Danis Tanovics "Wie in der Hölle" im Kino leidet) und in der sanften verbalen Erotik liegt die Kraft von "Nathalie". Fanny Ardant und Emmanuelle Béart bestreiten den Film fast allein und überzeugen durch atmosphärisches, dichtes Spiel. Kleine Gesten, gesenkte Blicke, zusammengepresste Lippen. Wem diese minimalen Mittel als Kompensation für eine holprige Geschichte und fehlende Erklärungen, an denen der Film ein wenig krankt, genügen, kann sehr viel über die Leidensfähigkeit der Liebe erfahren.

Mit dem finnischen Erotik-Drama "Lust auf Sex" (Montag, 7. August, 22.15 Uhr) setzt das ZDF die Reihe "Sommernachtsphantasien" fort.

Andreas Fischer


Catherine (Fanny Ardant, hinten) heuert die attraktive Prostituierte Marlene (Emmanuelle Béart) an, die ihren Mann unter dem Künstlernamen Nathalie in ein erotisches Abenteuer verstricken soll.
Catherine (Fanny Ardant, hinten) heuert die attraktive Prostituierte Marlene (Emmanuelle Béart) an, die ihren Mann unter dem Künstlernamen Nathalie in ein erotisches Abenteuer verstricken soll. (ZDF / Moune Jamet)

Die Prostituierte Marlène (Emmanuelle Béart) macht sich als Nathalie an Bernard (Gérard Depardieu) heran.
Die Prostituierte Marlène (Emmanuelle Béart) macht sich als Nathalie an Bernard (Gérard Depardieu) heran. (ZDF / Moune Jamet)

Catherine (Fanny Ardant) hat den Verdacht, dass ihr Mann fremd geht. Um seine Treue zu testen, engagiert sie eine Prostituierte, die ihren Gatten verführen soll.
Catherine (Fanny Ardant) hat den Verdacht, dass ihr Mann fremd geht. Um seine Treue zu testen, engagiert sie eine Prostituierte, die ihren Gatten verführen soll. (ZDF / Moune Jamet)

Datum: 30.07.2006

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